Crazy Cat Lady



Das Morgenradio-Studio ist ja direkt in einem Tierheim untergebracht. Oder einer Tierklinik. Unser Zuhause halt. Heim für Hunde, Katzen, Meerschweine, Fische und zur Zeit noch einer Igel-Familie obendrauf!

Alle kommen miteinander gut aus, aber die Katzen sind halt… na ja, Katzen halt. In der heutigen Geschichte geht es um viele Katzen in einem Haus, in dem auch noch eine alte Dame wohnt.

Halt die „Crazy Cat Lady“ des Dorfes. Und die bekommt heute Besuch von einem jungen Journalisten, der sich vom Interview neue Erkenntnisse über Katzen erhofft. Und dann auch gewinnt…


Download der Sendung hier.
Musik: „Cat Balooga“ von Jameson Boontangler & The Travelling Minstrels / CC BY 3.0


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Skript zur Sendung

FA: Ach, Sie sind der junge Mann von der Zeitung, oder?
HW: Ja, bin ich. Sehr angenehm. Hengstler mein Name. Ich habe vor vier Wochen da angefangen als Voluntär!
FA: Meinen Namen kennen Sie ja schon. Kommen Sie herein.
HW: Danke. Sehr nett. Schön haben Sie’s hier. Ich hatte mir das irgendwie…
FA: Sie hatten sich das Haus unordentlicher vorgestellt?
HW: Äh. Nein! Also wirklich nicht! Nein, nein. Aber… ich meine, wenn man so viele Haustiere hat wie Sie, dann, dann hat man nicht soviel Zeit sich um den Haushalt zu kümmern, dachte ich. Also, das war so meine Vorstellung. Aber das sind jetzt keine Vorurteile, oder so?
FA: Setzen Sie sich, junger Mann.
HW: Hier auf die Couch?
FA: Ja, genau…
FA: (etwas lauter) Nein, nicht da! Wenn es Ihnen nichts ausmacht, dann würde ich Ihnen das andere Polster vorschlagen. Das da ist nämlich der Lieblingsplatz von Devil.
HW: Wie? Ach, so! Kein Problem, macht ja keinen Unterschied! Devil ist eine Ihrer Katze.
FA: Ja, ja. Er ist der Chef hier im Haus, wenn Sie wissen, was ich meine.
HW: Verstehe. Aber so sitze ich richtig?
FA: Sehr gut, junger Mann. Möchten Sie eine Tasse Tee?
HW: Äh, ja. Sehr gerne. Sehr gerne.
FA: Warten Sie einen Moment, ich habe schon einen aufgesetzt, dauert nicht lange…
HW (zu sich selbst): Mann, Mann, Mann. Jetzt sitze ich also im Haus der Crazy Cat Lady. Und die ist genauso crazy, wie ich mir das vorgestellt habe.
SFX: Miau.
FA: (aus dem Off) So, da hätten wir also einen leckeren Mandeltee und ein paar Kekse. Selbst gebacken!
HW: Danke, das ist sehr nett. Vielen Dank!
FA: So so, dann sind Sie schon einen Monat hier bei unserem Lokalboten!
HW: Ja. Stimmt. Aber ich bin hier groß geworden. Ich war dann weg für zwei Auslandssemester und für die Journalistenschule. Und dann ist genau hier ein Platz freigeworden.
FA: Das ist gut, sehr gut. Sind Sie wieder zu Ihrer Familie gezogen?
HW: Nein, nein. Ich habe eine kleine Wohnung. Meine Eltern sind auf ihre alten Tage nach Mallorca gezogen. Und meine Schwester arbeitet in San Diego als Physiotherapeutin.
FA: Aber dann haben Sie wenigstens noch alte Freunde hier?
HW: Um ehrlich zu sein: Nein. Es gibt in so einem kleinen Ort nicht so viele Jobs, eigentlich hat sich mein Jahrgang in alle Winde zerschlagen. Nur noch einer. Der hat den Betrieb vom Vater übernommen. Aber – unter uns gesagt – den kann ich nicht leiden!
FA: Verstehe. Und jetzt beginnen Sie ihre journalistische Laufbahn als Voluntär beim Lokalboten!
HW: So ist es. Ganz von unten, sozusagen.
FA: Und da dachte man in der Redaktion, der Hengstler könnte ‚mal die Crazy Cat Lady interviewen, die alle nur meiden.
HW: Was? Aber, nein! Keiner nennt sie in der Redaktion „Crazy Cat Lady“! Das wäre ja wirklich…
FA: Nicht? Denn sonst nennt mich jeder im Ort so!
HW: Na ja. Um ganz ehrlich zu sein…
FA: Sehen Sie! Das ist völlig in Ordnung! In jedem Ort ab 10.000 Seelen gibt es eine Crazy Cat Lady, stimmt’s?
HW: Den Eindruck könnte man gewinnen!
FA: Sie wollen sicher wissen, wie es dazu kam, dass ich eine Crazy Cat Lady wurde, oder?
HW: Das wäre ein guter Anfang. Stört es Sie, wenn ich das Gespräch mit dem Handy aufzeichne?
FA: Nein, in keinster Weise!
HW: Also, Frau…
FA: Also, Herr…
HW: (flüstert) Ich weiß nicht einmal ihren echten Namen!
FA: (flüstert) Macht nichts! Nennen Sie mich einfach Crazy Cat Lady!
HW: Also, Sie sind im Ort als die fanatischste Katzenliebhaberin bekannt.
FA: (kichert leise)
HW: Wie ist es denn soweit gekommen?
FA: Das fing alles mit einer Katze an. Das klingt jetzt sehr wenig spektakulär, stimmt’s? Schmeckt Ihnen eigentlich der Tee?
HW: Ja, vielen Dank, sehr gut, sehr gut.
FA: Also, ich war, glaube ich, vier oder fünf Jahre alt. Damals war das hier noch ein Dorf, da ging noch keine Bahnverbindung aus der Großstadt her. Da konnten wir Kinder den ganzen Tag rumlaufen, denn Autos fuhren auch nicht. Sie müssen wissen, ich bin noch viel alter als ich aussehe!
HW: Ich finde wirklich, Sie haben sich nicht verändert, seitdem ich ein Kind war!
FA: Oh, vielen Dank! Sehr charmant! Na, auf jeden Fall bin ich durch’s Dorf geschlendert und hatte keinen Spielkameraden gefunden, da sah‘ ich auf einer Wiese diese Streunerin, die sich ganz friedlich ausgiebig geputzt hat.
HW: Ein Katze, meinen Sie?
FA: Natürlich, eine Katze. Und aus irgendeinem Grund sah mich die Katze an und ich sah die Katze an und es war klar: Wir gehören zusammen! (brummt nachdenklich)
(Pause)
HW: Und dann haben Sie die Katze einfach mitgenommen?
FA: Was? Ja, das hatte ich vor. Es war wie eine Seelenverwandtschaft, wissen Sie? Wir waren wie Partner. Auf Augenhöhe! Der Moment hatte etwas Magisches!
HW: Und das war ihre erste Katze?
FA: Oh, nein! Die ganz sicher nicht! Das war ein Biest! Die hat mir beinahe die Augen ausgekratzt, als ich sie hochgenommen habe! Die hat mich so zugerichtet, dass meine Mutter – Gott hab‘ sie selig – mit mir ins Krankenhaus fahren musste! Das war ein Untier, die hat mich gehasst!
HW: Oh. Ach so.
FA: Na ja, dann wurde ich älter, wie es so der Lauf der Dinge ist und habe die Geschichte vergessen. Ich habe dann hier eine Schneiderlehre angefangen und dann später den Betrieb von meiner Meisterin übernommen. Damals gab es eine Schneiderin in jedem Dorf!
HW: So. Achwas.
FA: Ja, da hat man Sachen noch nicht weggeworfen, wenn mal eine Loch drinnen war. Oder wenn es nicht mehr gepasst hat. Da hat man sich ein schönes Kleid oder einen schönen Anzug für viel Geld gekauft und den ein Leben lang getragen. Weil das waren noch ganz andere Materialien, müssen Sie wissen!
HW: Aha. Und dann haben Sie sich ein Haustier zugelegt?
FA: Nein! Da hätte ich niemals im Leben daran gedacht! Da habe ich ganz gut verdient und jeden Abend einen drauf gemacht, müssen Sie wissen. Den Leuten ging es damals hier im Ort sehr gut. Die Bauern hatten ja lange nichts zu melden, aber als immer mehr Familien hier her zogen, wurde das, was die Bauern im Überfluss hatten, auf einmal sehr wertvoll!
HW: Was meinen Sie? Arbeit?
FA: Nein, junger Mann! Grund! Die Bauern wurden alle wohlhabend. Und das bedeutete: Die Bauern und ihre Frauen und ihre Kinder wurden alle fett. Und ich mußte nähen wie eine Verrückte, damit der Anzug und die Kleider mitwachsen mit den Leuten!
HW: Verstehe. Und dann haben Sie sich ein Tier zugelegt?
FA: Nein. Nur keine Hast, junger Mann, nur keine Hast! Ich hoffe, Sie haben‘ s nicht eilig – wartet jemand in der Radaktion auf Sie?
HW: Nein, nein, das nicht! Nach dem Interview mit Ihnen ist ja Mariä Himmelfahrt und dann habe ich zwei Brückentage. Sie haben also fünf Tage Zeit für Ihre Erzählung!
FA: (lacht) Na, so eine langweilige alte Tante bin ich auch nicht!
HW: Dann fahren Sie doch fort. Die Kekse sind übrigens sehr, sehr lecker!
FA: Da ist meine Geheimzutat drinnen. Wissen Sie, was das Geheimnis von gutem Mürbteig ist?
HW: Nein, das weiß ich nicht!
FA: Butter! Viel frische, fette Butter!
HW: Verstehe! Sind also Kalorienbomben hier!
FA: Natürlich. Aber passt wunderbar zu dem Tee, stimmt’s?
HW: Ja, das ist eine tolle Ergänzung!
FA: Sehen Sie, auf ihre bescheidene Art weiß sogar die Crazy Cat Lady, wie man eine gewisse Lebensart bewahrt! Auch, wenn meine Rente hauptsächlich für Katzenfutter draufgeht!
HW: Wie viele Katzen haben Sie denn? Ich habe mindestens zwölf gezählt!
FA: Ach, sind die alle schon da? Das ist ja schön! Aber eigentlich wollte ich Ihnen etwas anderes erzählen!
HW: Ich höre! (gähnt)
FA: Nach den fetten Jahren kamen dann die weniger fetten Jahre. Auf einmal kaufte man nicht mehr im Dorf. Und die Mode änderte sich dauernd. Und die alten Anzüge und Kleider wollte auch keiner mehr. Und in die Kirche ging man auch nicht mehr. Da brach der Umsatz zusammen, wie Sie sich vorstellen können!
HW: Oh! Na klar. Der Zusammenhang ist mir gar nicht klar gewesen!
FA: Die meisten Handwerker erwischte es. Hier gibt es keinen Schmied mehr und keinen Müller, keinen Tischler, keinen Imker, keinen Seiler, keinen Büchsenmacher, keinen Destillateur, keinen Bürstenmacher und keinen Scharfrichter mehr. Alles Berufe, die es hier am Ort noch gab, als ich ein kleines Kind war. Heute haben wir zwar drei Bäckereien, aber da arbeitet ja kein Bäcker mehr!
HW: Das stimmt. Darüber wollte ich auch unbedingt berichten. Wie war das mit dem Scharfrichter…
FA: Und weil das so war, wurden die Menschen hier arm. Und viele verbitterten. Dann kam dieser schreckliche Mensch und es begannen die Kriege. Und alles wurde immer hässlicher und trauriger.
HW: Welcher schreckliche Mensch?
FA: Na, dieser Mann mit dem Bart, der immer so rumgeschrien hat!
HW: Meinen Sie Adolf Hitler?
FA: Nein, der kam erst später… Aber das hat ja jetzt noch nichts mit Katzen zu tun!
HW: Das stimmt. Sie haben recht!
FA: Also saß ich, wie die meisten anderen, meistens zu Hause. Und habe beobachtet, wie die Menschen so langsam die Natur zerstörten. Jedes Jahr ein bisschen mehr. Nicht nur hier im Dorf! Auch in den Städten! Vor allem in den Städten! Und dann begann man, die Natur mit mehr und mehr Teer zu verkleben. Und mit Beton! Und das Essen zu vergiften! Das müssen Sie sich vorstellen: Die Menschen vergiften ihr eigenes Essen und finden das richtig! Das junger Mann, würde eine Katze niemals machen!
HW: Natürlich nicht. Und der Umweltschutz ist natürlich ein wichtiges Thema heutzutage…
FA: Das kann man sagen, das ist sogar das wichtigste Thema! Wissen Sie, was das Problem ist?
HW: Die Industrialisierung?
FA: Das auch. Aber das Hauptproblem ist, dass wir einfach zu viele Menschen sind. Aber wir wollten ja nicht Politik machen hier, oder? (lacht)
HW: Nein. Es ging um ihre Katzen! Wieviele haben Sie jetzt genau?
FA: Fangen wir einfach mit der ersten an! Hier, trinken Sie noch ‚was von dem Tee – wird ja sonst schlecht!
HW: Danke! Sehr nett!
FA: Na ja. Wie gesagt, die Zeiten waren nicht so toll für mich. Ich war auch schon sehr alt und schwach und dachte eigentlich, ich würde bald das Zeitliche segnen. Und ich fand das gar nicht schlimm. Wenn man erst einmal auf die Hundert zugeht, dann ist man automatisch nicht mehr besonders lebensfroh, Sie verstehen?
HW: Das kann ja nicht sein, dass Sie auf die Hundert zugehen! Sie schauen keinen Tag älter aus, als – sagen wir einmal – sechzig!
FA: Vielen Dank, junger Mann, das ist sehr nett! Ich habe da meine Geheimrezepte, müssen Sie wissen! Aber zurück zu den Katzen.
HW: Genau. Ich ahne schon, dass jetzt die erste Katze ins Spiel kommt…
FA: Sie haben ein Gespür für Geschichten! Das ist gut! Das ist in ihrem Beruf eine ganz wichtige Gabe! Damit werden Sie es weit bringen, junger Mann!
HW: Danke. Sehr nett.
FA: Und Sie haben recht. Dann kam die erste Katze in mein Leben. Ein Kater, um genau zu sein. Ein schwarzer Kater, um ganz genau zu sein! Und bei dem hatte ich, als er zum ersten Mal vor meiner Tür stand, genau das gleiche Gefühl wie bei der ersten Streunerin. Sie erinnern sich?
HW: Ja.
FA: Der schaute mich an und es war, als würden wir direkt miteinander reden können. Als wäre zwischen mit und ihm eine Verbindung. Eine ganz besondere Verbindung. Das geht allen CCLs so. Eine von 10.000 Frauen hat diese Gabe.
HW: CCL?
FA: Crazy Cat Ladies. Ich kenne eine Menge CCLs, wie wir uns selber nennen. Wir haben alle miteinander engen Kontakt, müssen Sie wissen.
HW: Wie? Die verrückten, alten Jungfern mit zu vielen Katzen sind organisiert?
FA: Na also, ich muss doch sehr bitten! Ich bin doch keine Jungfer! Müsst ihr Männer Frauen danach bewerten, ob sie mit einem von euch Sex hatte? Das ist aber sehr mittelalterliches Gedankengut, dass Sie da preisgeben, junger Mann!
HW: Stimmt. Sie haben recht. Entschuldigen Sie!
FA: Ist schon in Ordnung! Wir nennen uns im Scherz auch manchmal selber so!
HW: Wirklich. Da fällt mir ja ein Stein vom Herzen!
FA: Na ja. Zurück zu dem Kater. Der zog dann bei mir ein. Das war die erste Katze. Und die änderte mein Leben von Grund auf.
HW: Sie bekamen wieder Hoffnung?
FA: Genau. Und ich bekam vor allem wieder etwas zu tun. Das war übrigens Devil, auf dessen Platz Sie sich beinahe gesetzt hätten!
HW: Das war Devil? Ist das die gleiche schwarze Katze, die uns als Kinder schon immer von Ihrem Grundstück verjagt hat!
FA: (lacht) Ja! Das ist Devil! Ihr wolltet da immer spielen und habt angefangen in meinem Garten rumzubuddeln. Das konnte er nicht zulassen!
HW: Moment, wie alt werden denn Katzen?
FA: Alt! Katzen können sehr alt werden. Aber eigentlich wollte ich ja weiter erzählen. Als also Devil bei mir einzog, da dauerte es auch nicht mehr lange, bis er seinen Stab mitbrachte.
HW: Seinen Stab? Er hatte einen Stab? Wozu das denn? Katzen haben nicht einmal Daumen, was fangen die mit einem Stock denn an?
FA: Nein, nicht so einen Stab. So nenne ich die anderen Katzen, verstehen Sie? Devil ist der General. Pinky und Shadow sind die Hauptmänner. Die kommandieren Lexy, Killer, Patton, Rommel und Poison herum. Die anderen Katzen erledigen kleinere Überwachungsaufgaben und dann gibt es noch Frieda und Fidel, die sind Spezialisten für die Anschläge.
HW: (lacht) Dann sind ihre Katzen so eine kleine Privatarmee!
FA: Genau so ist es. Devil hat mir damals die Augen geöffnet, müssen Sie wissen. Wir Menschen machen ja wirklich den Planeten kaputt. Und das können die Katzen einfach nicht zulassen. Darum haben Sie sich überall auf der Welt Crazy Cat Ladies gesucht als Verbündete.
HW: (lacht leise) Aha. Eine groß angelegte, geheime Offensive der Katzen! (gähnt)
FA: Sie begreifen schnell junger Mann.
SFX: Miau.
FA: (ins Off) Ja, ich bin mir sicher, das war genug.
HW: Sie glauben wirklich, Sie können mit ihren Katzen reden, oder?
FA: Oh ja! Natürlich. Eine von 10.000 Frauen kann das. Männer komischerweise nicht. Das ist seltsam, oder?
HW: Dann haben Sie also 13 Katzen und können mit allen reden?
FA: 13? Ach nein! Die dreizehn sind ja nur der Stab. Unser Bataillon hat insgesamt 2400 Katzen. Und gemeinsam mit den anderen CCLs werden wir diesen Planeten wieder reparieren. Indem wir ihn von den meisten Menschen befreien.
HW: Die Katzen wollen die Welt erobern? Das wollen Sie ernsthaft behaupten? Mit Kratzen und neben das Katzenklo-Kacken?
FA: Nein, das geht anders. Schon jetzt hat die Hälfte aller Menschen eine Tier-Allergie, das haben wir in nicht einmal 25 Jahren hinbekommen. Da reichen kleinste Spuren von Katzenhaaren, ein Leben lang mit der Tiefkühlkost verabreicht, schon ab Kinderjahren. Und das wird viel, viel schlimmer werden.
HW: (müde) Dann haben alle Menschen eine Allergie, und…
FA: Dann reicht bald die Nähe einer Katze und schon kann man nicht mehr atmen. Ach, jetzt fällt es mir wieder ein!
HW: Was?
FA: Wie der Mann mit dem Bart hieß, der immer rumgeschrien hat! Wilhelm!
HW: Der Kaiser Wilhelm? Mein Gott, wie alt sind Sie denn?
FA: Ich, mein junger Mann, bin 260 Jahre alt. Und Devil ist noch einmal 300 Jahre älter.
SFX: (Miau)
FA: Ja, ich denke, Du kannst jetzt reinkommen!
HW: Oh, das ist aber ein großer Kater! Der ist ja noch größer, als ich ihn in Erinnerung hatte!
FA: Ja, das hat mit meinem Geheimrezept für Katzenfutter zu tun. Das schlägt gut an.
HW: Ach. Butter, oder?
FA: Nein. Mensch. Das Geheimrezept beinhaltet Mensch. Am besten noch unter dreißig Jahre alt. So wie sie.
HW: Wie ich?
FA: Ja. Wissen Sie, der Tee ist vergiftet. Tut mir leid. Denn einen Gutteil Ihrer Organe können wir so gar nicht mehr verarbeiten. Das müssen wir dann alles im Garten vergraben.
HW: Darum bin ich sooo… müde…
FA: Ja. Passen Sie auf! Wir machen ein lustiges Spiel. Ich zähle rückwärts von Zehn und ich wette, bei Eins sind Sie schon tot!
SFX: (Plumps)
SFX: Miauen.
FA: Ja. Ich bin auch enttäuscht. Das ging dieses Mal viel zu schnell.
FA: Ihr könnt jetzt reinkommen, meine Süßen!
SFX: (Miauen)