Nr. 3 wird verschenkt



Wir sind beide ja als Künstler in die Berufswelt gestartet. Und? Was ist aus uns geworden? Podcaster! Hörspielschreiber! Geschichtenerzähler! Tja. Ist halt wirklich gut gelaufen.

Denn nichts ist schlimmer für einen Künstler als eine Vernisage. Und das Bilder-Verkaufen. Noch schlimmer: Das Bilder-Erklären! Wirklich, eine Wurzelbehandlung macht Spaß dagegen.

Darum ist auch Joan Mitchell auf ihrer Ausstellung nicht begeistert, als sie jemand Unbekanntes anquatscht. Auch, wenn diese Person ihr ein Angebot macht, das wohl kaum ein Künstler ausschlagen würde!

Im heutigen Hörspiel geht es um den „Abstrakten Expressionismus“ im allgemeinen. Und um seine Funktion als Waffe im Kalten Krieg.


Link: Joan Mitchell Foundation
Link: Independent: Modern art was CIA ‚weapon‘
Download der Sendung hier.
Musiktitel: „Jackson Pollock“ von Paul Spring


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Skript zur Sendung

FA: Betty ist eine Verräterin!
HW: Also, dann sind Sie tatsächlich Mrs. Mitchell, die alle Werke hier gemalt hat?
FA: Das bin ich. Aber Betty hat versprochen, das niemandem zu sagen!
HW: Oh, das sollten Sie ihr nachsehen. Als Ihre Galeristin hat sie ja die Aufgabe, ihre Werke zu verkaufen, oder?

FA: Was ja nicht bedeuten muss, dass mich Hinz und Kunz jederzeit anlabern darf, oder?
HW: Verzeihung, ich habe mich noch nicht vorgestellt. Mein Name ist Tom Braden.
FA: Und mein Name ist Joan Mitchell, aber das wissen Sie ja schon.
HW: Ich vertrete die Rockefeller-Foundation und wir suchen ständig nach Freigeistern, die den „Abstrakten Expressionismus“ nach vorne bewegen.

FA: Ach, darum hat mich Betty an Sie verraten! Die hat Rockefeller gehört und da hat in ihrem Kopf bereits die Kasse geklingelt!
HW: Sie gehen mit Frau Parsons zu hart ins Gericht! Schließlich ist es nicht so einfach eine Galerie zu betreiben, die immer auf der Höhe des künstlerischen Zeitgeists ist! Sie kennen sicher die Stimmen aus der konservativen Presse, die das alles für Geschmiere halten, was hier ausgestellt wird!

FA: Heißt es nicht, jede Publicity ist gute Publicity?
HW: Ja, das heißt es! Allerdings ist das Originalzitat „Schlechte Publicity ist besser als keine Publicity“. Das ist etwas vorsichtiger…
FA: Schön und gut, Mr. Braden. Aber ich möchte eigentlich mit Ihnen hier nicht Öffentlichkeitsarbeit oder über die doppelte Buchführung einer Galerie diskutieren. Eigentlich möchte ich überhaupt nicht diskutieren.

FA: Denn eigentlich möchte ich nicht einmal hier sein. Ich ertrage das nur, weil der Champagner nichts kostet. Und weil ich den Plan habe, eine Sache von dieser Vernissage mitzunehmen. Nämlich einen ordentlichen Rausch!
HW: Oh! Verstehe! Darf ich Ihnen dann mein Glas anbieten? Das halte ich zwar schon seit einer Stunde fest, aber ich habe kein Schluck davon getrunken.
FA: Danke! Lieber lauwarmer Champagner statt langweilige Gespräche.

HW: Mrs. Mitchell?
FA: Miss.
HW: Oh! Miss Mitchell?
FA: Ja, ich bin wieder geschieden. Davor war ich Mrs. Rosset.

HW: Ah! Ich verstehe. Das tut mir leid zu erfahren…
FA: Muß es nicht. Barney war ein Arschloch.
HW: Ach so. Na, dann bin ich erfreut, das zu hören.
FA: Das geht aber schnell bei Ihnen. Kaufen Sie Ihre Gefühle im Großmarkt ein, oder?

HW: Na gut. Eigentlich ist es mir piepegal, ob Sie verheiratet sind oder nicht.
FA: Gut! Wissen Sie ‚was? Auf einmal sind Sie mir sympathischer!
HW: Na, prima.
FA: Kann aber auch der Champagner sein…
HW: Ms. Mitchell, reden wir besser über Ihre Bilder, oder?

FA: Sehen Sie, Mr. Braden, DAS – das genau ist der tiefere Grund, warum ich Vernisagen hasse!
HW: Anders ausgedrückt. Die Rockefeller-Foundation ist sehr an Ihrem Werk interessiert.
FA: So. Und jetzt ist die Stelle, wo ich auf einmal weich werden soll und in Ihre Arme sinken und wir haben dann eine unvergessliche Liebesnacht. Und am Morgen wache ich in Ihrem Appartment auf und es liegt ein fetter Scheck auf dem Nachttisch…

HW: Ms. Mitchell, wenn Sie wollen, können wir dieses Gespräch auch führen, wenn Sie wieder nüchtern sind.
FA: Nein, nein! Nicht jetzt, wo es schon ein bisschen wehtut! Ich bin jemand, der ein Pflaster schnell abreißt, bevor ich mir darüber Gedanken machen kann. Wieviel wollen Sie denn für meine Bilder zahlen?

HW: Oh, wir planen, jedes Bild hier zu kaufen. Zu genau dem Preis, der angeschrieben ist und nicht um ein Drittel billiger, wie es üblich ist.
FA: Wie bitte?
HW: Ja, die Rockefeller-Foundation, vertreten durch mich, möchte in Ihr Werk 250.000 Dollar investieren. Und wir können Ihnen auch eine Kaufgarantie auf, sagen wir einmal die nächsten 20 Bilder geben, die Sie noch nicht einmal gemalt haben.
FA: Wie bitte?

HW: Ja, wir, also ich, halten Ihr Werk für einen wichtigen Bestandteil der Bewegung, die sich „Abstrakter Expressionismus“ nennt. Wir halten Sie für eine der fünf wichtigsten Maler der New York School.
FA: Warum?
HW: Weil Ihre Arbeit modern ist. Und fortschrittlich. Weil Amerika mittlerweile den modernsten und lebendigsten Kunstmarkt hat und die Rockefeller-Foundation möchte den größten amerikanischen Künstlern helfend unter die Arme greifen!

FA: Sie kennen die New York School?
HW: Klar. New Yorker Künstler, die sich Downtown treffen und über Ihre Werke diskutieren! Entweder in „The Club“ an der 39. Straße oder in Cedars Tavern.
FA: Soweit richtig. Aber das ist noch nicht schwer. Wer kommt denn da so?
HW: Da wären Sie oder Arshile Gorky, Hans Hofmann, Adolph Gottlieb, Willem de Kooning oder Jackson Pollock.

FA: Sie kennen die alle schon?
HW: Ja, aber sicher. Mit de Kooning und Pollock haben wir schon ähnliche Abmachungen getroffen!
FA: Darum schwimmt Jackson also im Geld!
HW: Hat er das nicht erzählt?
FA: Nein, woher das Geld kommt, hat er nicht erzählt. Aber eigentlich ist er die letzten Male auch immer stockbesoffen gewesen.

HW: Ja, wir machen und ernsthaft Sorgen um Jackson.
FA: Haben Sie mit dem auch einen Deal, seine nächsten 20 Bilder zu kaufen?
HW: Ja, sicher. Er war einer der ersten. Wir haben ihn auch im MoMA untergebracht. Und wir wollen seine Bilder auch nach Europa mitnehmen.
FA: Das war ein Fehler. Wenn Jackson nicht kämpfen muss, wird er nicht malen. Sie haben ihn mit diesem Deal künstlerisch wahrscheinlich getötet.

HW: Meinen Sie?
FA: Da bin ich mir sicher. Planen Sie für Ihre Europatour lieber nicht mit neuen Bildern.
HW: Im Ernst? Aber was könnte für einen Künstler denn besser sein, als zu wissen, dass seine Arbeit geschätzt wird?
FA: Kunst sollte sich nicht dafür interessieren, ob sie geschätzt wird oder nicht. Unsere Bilder sind keine Auftragsarbeiten.

HW: Wäre das denn so schlimm?
FA: Der „Abstrakte Expressionismus“ sucht nach dem direkten, ungefilteren Ausdruck der Person. Zwischen der Persönlichkeit des Künstlers und der Leinwand darf es keinen Platz geben. Keine Gedanken, keine Konzepte und ganz sicher kein Geld.
HW: Aha.
FA: Sie sind also ein Kunstfachmann der Rockefeller-Foundation, aber es hat Ihnen noch keiner etwas vom „Abstrakten Expressionismus“ erklärt? Warum interessieren Sie sich denn für diese Bilder?

HW: Weil Sie das Symbol sind für das moderne Amerika! Weil Sie Fortschritt bedeuten und eine Weiterentwicklung. Ein Nicht-Akzeptieren von großen Vorbildern, sondern etwas ganz Neues. Etwas, dass es nur in Amerika gibt!
FA: (lacht oder schnauft zynisch) So ein Unsinn!

HW: Wieso ist das Unsinn? Sie wissen, dass Ihre Bilder für die Nazis entartete Kunst gewesen wären, oder? Und man Sie wahrscheinlich in ein KZ gesteckt hätte? Gibt es so etwas wie den Abstrakten Expressionismus etwa in der Sowjetunion? Hat sich da die Kunst seit der Revolution verändert? Ihre Bilder können nur in Amerika entstehen! Und nur hier finden Sie Käufer!

FA: Sie haben keine Ahnung! Der Abstrakte Expressionismus ist älter als der Kalte Krieg! Und älter als die Faschisten. Jawlensky oder Kandinsky haben solche Bilder schon gemalt, da war Hitler noch im Knast! Und vor Kandinsky gab es Cezanne und Matisse und besonders Van Gogh! Das sind die Wurzeln! Unsere Bilder sind so amerikanisch wie die europäischen Einwanderer! Wenn Sie echt amerikanische Kunst kaufen wollen, dann nehmen Sie ihr Geld und gehen in die Reservate! Zu den Hopi und den Navajo und den Anasazi und wie die Stämme sonst noch heißen! Wir machen keine Bilder für’s Vaterland!

HW: Das, liebe Ms. Mitchell, ist Ihre persönliche Meinung! De Kooning oder Pollock oder Gorki denken da etwas flexibler. Aber wissen Sie ‚was? Ihre Meinung tut eigentlich nichts zur Sache! Ihre Meinung interessiert mich eigentlich nicht im Geringsten. Ich will nur Ihre Bilder. Und diese Bilder nicht nur besitzen, sondern auch ausstellen! Wer Sie sind und was Sie denken, das ist mir im Grunde eigentlich egal!

FA: Warum wollen Sie denn meine Bilder besitzen? Was sagen Ihnen meine Bilder denn? Wissen Sie ‚was, lieber Herr Braden von der CIA, wir machen ein Spiel…
HW: Wie bitte? Was soll das denn? Ich bin von der Rockefeller-Foundation…
FA: Ja, ist in Ordnung. Natürlich sind Sie von der Rockefeller-Foundation. Komischerweise hießen Sie bei Willem nicht Braden, sondern Herschel und waren nicht von der Rockefeller-Foundation, sondern von der Ford-Foundation!

HW: So ein Unsinn! Wie kommen Sie denn auf so etwas?
FA: Weil Willem eine Zeichnung von Ihnen gemacht hat in sein Notizbuch und ich Sie wieder erkannt habe!
HW: Eine Zeichnung dient Ihnen als Beweis? Eine Zeichnung von einem abstrakten Expressionisten? Wie sah‘ die denn aus? Fünf Tropfen schwarze Tinte, verschmiert und mit Zigarettenasche vermischt?

FA: Willem kann sehr gut zeichnen. Und ein Proträt ist allemal realistischer als ein Foto.
HW: Glauben Sie das wirklich?
FA: Na klar! Ein Foto zeigt nur das Gesicht. Und jeder von uns übt ein Leben lang, dass man die Gefühle nicht im Gesicht erkennt. Aber eine Zeichnung zeigt auch die Gefühle. Die hält nicht nur das Gesicht fest, sondern auch die Stimmung beim Zeichnen und der Gefühle des Gezeichneten und des Künstlers.

HW: Vor Gericht würden Sie daber damit nicht weit kommen!
FA: Das ist ja auch kein Verfahren hier, oder? Oder bin ich schon angeklagt wegen Vaterlandsverrat, bloß weil ich erkannt habe, dass Sie von der CIA sind?
HW: Nein, das ist, glaube ich, nicht strafrechtlich relevant.
FA: Also, geben Sie das zu?

HW: Ja. Ich gebe es zu. Die CIA investiert Hunderte von Millionen von Dollar in den Abstrakten Expressionismus. Pollocks Schmiereien würden keine Sau interessieren, wenn wir ihn nicht zum Genie aufgebaut hätten!
FA: Und da fällt die Maske! Und Paulus verwandelt sich zurück zu Saulus!

HW: Na und? Ich werde Ihnen einfach so viel Geld bieten, dass Sie mir Ihre Bilder auch verkaufen werden! Geld stinkt nicht!
FA: Ich lasse mich von Ihnen nicht zu Propagandazwecken mißbrauchen! Ihr hohler Amerikanismus ist mir völlig egal! Der Abstrakte Expressionismus ist keine politische Bewegung!

HW: Natürlich nicht! Ihr seid ja nur die ganze Zeit mit eurem Innenleben beschäftigt! Ihr horcht auf eure kleinen Herzchen und wenn das Herzelein plötzlich ein Bumperle tut, dann müsst ihr das sofort auf eine Leinwand bannen. Am besten zwei mal zwei Meter groß! Politik? Gesellschaft? Andere Menschen außer mir? Ist euch doch völlig egal! Ihr macht ja nur Kunst um der Kunst willen! Ihr lebt in eurem Elfenbeintürmchen und pinselt euch gegenseitig die fetten Bäuche mit eurem Eiter und Rotz und Urin voll!

FA: Wow! Also, Mr. Braden, ich muss sagen: Sie haben Untiefen, die ich nicht vermutet habe! Das gefällt mir! Endlich können wir ehrlich miteinander reden! Das ist die erste ehrliche Unterhaltung, die ich den ganzen Abend geführt habe! Wissen Sie ‚was? Dafür schenke ich Ihnen dieses Bild! Sehen Sie? Wissen Sie, wie das heißt?
HW: Hm. Wie wäre es mit „Nachts am Hafen. Mit einer Flache Wodka intus“?

FA: (lacht) Das gefällt mir! So könnte es heißen. Aber ich habe es „Nr. 3“ genannt.
HW: Donnerlittich! Das ist ja provokant! Die anderen heißen alle „Ohne Titel“. Kommen Sie da nicht durcheinander?
FA: Sehen Sie, der Name eines Bildes ist überhaupt nicht wichtig! Wenn ich dem Bild einen Namen gebe, dann versuchen Sie nur, den Namen im Bild zu erkennen. Wie bei einer optischen Täuschung. Aber bei „Ohne Titel“ oder „Nr. 3“ haben Sie diesen Krückstock nicht.

HW: Verstehe. Das macht Sinn. Und das schenken Sie mir?
FA: Ja, ich sage Betty gleich Bescheid. Und wissen Sie was? Jetzt, wo Sie ehrlich zu mir waren, kommen wir vielleich ins Geschäft. Ich bin bereit, Teil Ihres ausgesprochen dämlichen Propaganda-Feldzugs zu werden, wenn Sie eine Wette gewinnen!

HW: Wieso ist der Propaganda-Feldzug dämlich? Jetzt sein Sie ‚mal nicht so überheblich, kleine Lady! Wenn die Sozialisten den Kalten Krieg gewinnen, dann werden so Schmierfinken wie Sie nicht mehr viel zu melden haben! Wir verwenden diese Bilder nur, um den Menschen zu zeigen, wass in unseren Demokratien alles möglich ist! Was für Freiheiten wir unseren Künstlern geben! Und dass wir uns hinter Künstler stellen, selbst, wenn wir ihre Bilder für hässliche Schmierereien halten!

FA: Ist schon gut, Mr. Braden, nicht aufregen! Ich habe ja gar nich vor, Sie zu erziehen oder von irgend etwas zu überzeugen! Schon, weil Sie niemals verstehen werden, dass unsere Kunst die natürliche Antwort auf Menschen wie Sie sind.

Auf die Kriegstreiber und die Patrioten, die sich einreden Hiroshima oder Nagasaki wären Heldentaten! Ihr seid es, die eine Welt geschaffen haben, die nur noch von innen zu verändern ist.

Ihr seid die Narren, die nicht erkennen, dass wir die politischste Kunst machen, die man machen kann. Eine Kunst für die Kunst, wie Sie das genannt haben, das ist eine Alternative zu einer Welt, in der der Krieg einfach immer weiterläuft, bloß die Gegner werden ausgestauscht!

Gegen diese kalte Logik der Zerstörung und gegen die Zahlenkolonnen von Raketen und gegen einen Krieg, den zwei Blöcke gegeneinander führen, weil sie zwei verschiedene Wirtschafts-Systeme haben, gegen alles dieses ist die Kunst, ist der „Abstrakte Expressionismus“ das Gegenmittel. Und wenn Sie den finanzieren wollen, umso besser!

HW: Lassen wir das. Wir stammen von zwei verschiedenen Planeten. Sie sind naiv und nur ein Mitläufer!
FA: Sie sind naiv und nur ein Werkzeug!
HW: Beenden wir das. Sie hatten einen Deal angedeutet?

FA: Genau! Ich habe Ihnen ja „Nr. 3“ geschenkt. Und ich kann Ihnen verraten, es ist nicht die Darstellung einer Hafenszene bei Nacht. Und ich war auch nicht betrunken. Kein Wodka. Ich stelle Ihnen eine Frage und wenn Sie die so beantworten, dass mit die Antwort gefällt, dann machen wir einen Deal! Einverstanden?
HW: Einverstanden.

FA: Dann machen Sie ‚mal, Herr Kunsteinkäufer für das Vaterland!
HW: Also. Gut. Also. Da sind schwarze Striche. Und viele weiße Striche. Aber da sind auch graue Striche. Und die sind alle dicker als die schwarzen. Irgendwie fangen die weißen Striche die schwarzen ein. Die schwarzen schaffen eine Struktur, die kann sich aber nicht durchsetzen. Wie Buchstaben, die in Milch versinken…

FA: Sehr gut! Das ist schon sehr gut! Das mit der Milch gefällt mir. Weiter!
HW: Aber da sind auch ein paar blaue Flecken. Und ein paar beige Flecken. Und in diesem Umfeld wirkt das Blau gar nicht kalt oder abstoßend. Das Auge sehnt sich richtig nach dem Blau in der ganzen Milch drumherum. Und, wenn ich das betrachte, dann entsteht in mir ein starkes Gefühl…
FA: Prima! Ich bin begeistert! Was wäre das Gefühl?

HW: Ich habe dieses starke Gefühl… Ich kann es fast nicht unterdrücken… Es macht mich auf der einen Seite traurig und auf der anderen auch ein bisschen wütend…
FA: Sehr interessant! Und?

HW: Dieses Gefühl, ich kenne das von den ganzen Ausstellungen dieser ganzen Schmierfinken! Es ist das Gefühl: Ich werde nach Strich und Faden verarscht!
FA: Oops. Den habe ich nicht kommen sehen. Gut gemacht, Geheimagent.

HW: Danke! Qualifiziert mich das dafür, Ihnen viel Geld zu geben?
FA: Ich befürchte nein. So wird das wohl nicht funktionieren!
HW: Na gut. Kann ich auch mit leben.
FA: Ich auch.

HW: Ms. Mitchell, noch eine Frage!
FA: Klar. Und die wäre?
HW: Trinken Sie nie Wodka?
FA: Das Getränk des Feindes, meinen Sie? Doch, ich mag Wodka. Ist irgendwie ehrlicher wie Bourbon!

HW: Soll ich Ihnen ‚was verraten?
FA: Oh! Sind Sie ein Doppelagent?
HW: Ich habe einen Flachmann dabei. Mit Wodka. Darf ich ihr Glas auffüllen?
FA: Das ist die beste Idee des Abends!
HW: Finde ich auch!

FA: Also! Zum Wohlsein, Herr Agent!
HW: Nasdrovje, Frau Künstlerin!