Leiber Satan!


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Zuerst war die Adventszeit eine strenge Fastenzeit und Heilig’ Abend schon wegen des Fastenbrechens ein Fest. Dann begann der heilige Nikolaus am 6. Januar Geschenke zu bringen. Wie die Heiligen Drei Könige eben auch. Alles schön und gut.

Um 1820 herum taucht zum ersten Mal “Santa Claus” in einem Gedicht auf und vierzig Jahre später schaut er schon aus wie jetzt. Ja, vor Cola! Aber dann kam alles durcheinander!

Jetzt ist der Heilige ein Weihnachtself, der auf einem Schlitten herumrast und in Kamine klettert und Milch trinkt und Plätzchen isst! Ein Wahnsinn!

Denkt sich auch Satan, der jedes Jahr von Santa Claus unerledigte Post bekommt. Zeit, den Spieß umzudrehen!


Download der Sendung hier.

Musiktitel: “Santa Claus is Satan” von Aurelio Voltaire


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(Nur für Sektenmitglieder)

Die Geschichte zum Lesen

HW: (off) Läuft die Kamera?

HW2: Glaub’ schon, Boss!

HW: Danke, Jesus!

HW: Wer denkt, in der Hölle gibt es nur Leid und Schmerz und Heulen und Zähneklappern, der irrt sich. Ich kann das behaupten, denn ich bin hier der Boss gewesen.

Klar, viele arme Seelen haben sich hier ein grausames Schicksal ausgesucht. Am meisten die armen Frömmler. Die führen das, was sie für ein gottgefälliges Leben halten, versagen sich jeden Spaß und dann, kurz vor dem Exitus einmal geflucht und: Zack! Schon schmorst Du ewig im Höllenfeuer!

Aber, was sollte ich machen? Die wollten das so!

Das gehörte zu meiner Abmachung mit dem Boss. Mal schauen, wie das in Zukunft wird…

Trotzdem, als Boss von „The Real Down Under“ – Trademark – kann ich euch sagen: Meine Angestellten lieben ihren Job! In der Hölle gibt es keinen Betriebsrat, keine Gewerkschaft und keine Streiks.

Schon ein durchschnittlich grausamer Sadist kann es hier zu einem prima Job schaffen. Selbst, wenn man als Kind nur gerne den Fliegen die Flügel und die Beine ausgerissen hat und sich dann ganz dolle freute, wie machtlos der Rumpf zittert, der kann als kleiner Beamte hier viel, viel Spaß haben!

So wie zum Beispiel Jesus. Mein Sekretär. Ach, sorry – nein, nicht der Jesus.

Sondern Chesuuhs. Ist im wichtig, dass man das richtig ausspricht!

Chesuhs Alvarez. Haben wir hier unten ungefähr 5.000 mit diesem Namen. Jesus ist in Südamerika ein sehr beliebter Vorname, müsst ihr wissen.

Also, mein Sekretär heißt Chesuhs und hat es hier in nur vierhundert Jahren ziemlich weit gebracht. In seinem irdischen Leben war er Zahnarzt. Ein guter Zahnarzt. Um im siebtzehnten Jahrhundert ein guter Zahnarzt zu sein, brauchte es eine gehörige Portion Sadismus.

Aber ich rede und rede, und eigentlich wollte ich doch unser neues, cooles Video zeigen!

Dazu noch Folgendes vorab: Neulich sitze ich also in meinem Büro und bearbeite besonders schwere Fälle… …da kommt Jesus durch die Tür und bringt die Korrespondenz des Tages.

SFX: GTA

„Was gibt’s, Jesus? Musst Du…“

„Chesuhs!“

„Von mir aus! Ich bin gerade sehr beschäftigt! Gibt’s viel Post?“

„Ja, Boss. Sehr viel. Es ist wieder DIE Zeit im Jahr!“

„Du redest in Rätseln. Wie Dein Namensvetter übrigens…“

„Es ist wieder DIE Zeit im Jahr, in der die Kinder Dir ihre Wunschlisten schicken.“

„Oh, shit! Mich hat’s erwischt! Immer diese Störungen! Also wieder nur Wunschlisten! Sonst noch ‘was?“

„Eine Karte von Gabi, der macht schon wieder Urlaub.“

„Dann hau’ alles ins Ewige Feuer, wie immer!“

„Aber, Boss! Die ganzen kleinen Kinder!“

Moment. Das war natürlich nur gestellt. Ich muss das, glaube ich, hier erst einmal erklären. Das ganze Übel hat mit einem Griechen zu tun. Der hat vor 1800 Jahren in Smyrna gelebt und war eigentlich ein Türke. Aber das tut hier nichts zur Sache.

Der hat irgendwann den bescheuerten Job bekommen, den frommen Christenkindern ihre Geschenke zu bringen. Zuerst an Heilig’ Drei Könige und dann an Heilig Abend. Hat mit der Reformation zu tun. Ich hab’s nicht gecheckt, als er mir’s erklärt hat, weil ich ihm seinen Eierlikör weggesoffen hatte.

Auf jeden Fall wird aus dem strengen Bischof in Amerika um 1820 herum eben Santa Claus. Ab ungefähr 1860 beginnen ihm dann Kinder ihre Wunschlisten zu schreiben. Aber noch sind es wenige, die sich für brav genug halten, an ihn glauben UND schon schreiben können.

Mittlerweile ist das ganze Wunschlisten-Schreiben aber Big Business für alle seine Angestellten. Denn jetzt können schon Sechsjährige meistens ihre Wünsche aufschreiben. Aber so richtig gut können die halt nicht schreiben.

Darum bekommt Santa jedes Jahr Abertausende Briefe, die anfangen mit: „Lieber Satan!“. Ein kleiner Buchstabendreher! Den niemand ernst nehmen würde!

Doch der fromme Nikolaus hatte die Idee, so zu tun, als ob diese Briefe für mich wären und leitet sie seitdem weiter in die Hölle. Wenn ihr mich fragt, ist das schon ein Zeichen von Sadismus – und ich weiß, wovon ich rede!

Glaubt ihr nicht? Moment mal!

„Jesus? Zieh’ einfach irgendeinen Kinderbrief…

„Chesuhs!“

„Von mir aus. Gib’ mir so einen Wunschbrief. Irgendeinen!“

So, danke. Also, passt auf. Ich lese den ‘mal vor. Wörtlich:

„Leiber Satan! Ich wünche mia Playmobil 4335.2435.2 und Matzipahn und dahs die Gigi nie meh reden kann. Dein Domnik“

Schreibt der die Bestellnummer auf! Bald schicken die Amazon-QR-Codes per WhatsApp! Aber in diesem Dominik steckt Potenzial, finde ich. Moment, bin gleich wieder da!

„Jesus, verbrenn’ diesen Brief und gib’ mir …“

„Chesuhs“

„Gib’ mir einen anderen, Du Pfeife!“

So. Passt auf. Hab’ ich jetzt zufällig gewählt:

„Leiber Satan! Ich will nix. Nur, dass Papi di Mami und mich nicht haut und die Mami nicht mehr so viel trinken tut. Danke. Hab’ Dich lieb! Bine.“

…und „Hab Dich lieb“ ist völlig richtig geschrieben. Also… Ich…

Das ist jetzt auch ein wirklich schlechtes Beispiel. Also. Moment, nochmal, sorry!

„Jesus, hast Du den Brief vorher gelesen?“
„Chesuhs. Und nein, Boss. Ich kann nicht lesen.“

„Du warst doch Arzt?“

„Siebzehntes Jahrhundert, Boss. Da konnte praktisch kein Arzt lesen.“

„Okay. Keine weiteren autobiografischen Details. Chesuhs, wir müssen ‘was machen. Dieser blöde Nikolaus macht seinen Job nicht, bloß um mich zu ärgern. Das bringt das ganze Gefüge hier durcheinander. Und darum müssen wir ran. Verstehst Du?“

„Wir sollen mit dem Schlitten alle Christenkinder in 48 Stunden besuchen?“

„Nein! Spinnst Du. Nur die Kleine aus dem letzten Brief. Wir werden ein Exempel statuieren. Und wenn wir das ordentlich verbocken, dann schickt uns der fette, alte Mann nächstes Jahr keine Post mehr!“

„Ui! Klasse! Kann ich mich als Rentier verkleiden? Wegen den Hörnern, meine ich…“

„Unsinn. Du brauchst Dich gar nicht verkleiden. Du bist der Krampus! Ich muss mich verkleiden. Denn ich spiele den Santa Claus. Lass uns gehen! Und nimm die GoPro mit, das müssen wir unbedingt auf YouTube hochladen und dem fetten Griechen oder Türken schicken!“

SFX: Bat-Transition

HW: (off) Und? Läuft die GoPro?

HW2: Glaub’ schon, Boss!

HW: Na dann!

SFX: Doorbell

FA: (schwere Zunge) Ja, was ist?

HW: Ho ho ho! Eine frohe Weihnachtszeit! Bin ich hier richtig bei der Sabine Hengstler und ihren unnützen Eltern?

FA: Wie bitte? Wer sind sie?

HW: Ich bin der Scheiß-Weihnachtsmann! Und jetzt lass mich rein, ich muss zur Sabine!

FA: Moment, so geht’s nicht! Da könnte ja jeder kommen! Ich lasse doch nicht so einen dicken, bärtigen Spinner ins Haus!

HW: Na gut, dann beweise ich’s Dir und vollbringe ein Wunder. Einverstanden?

FA: Ein Wunder? Spinnst Du?

HW: Wunder ist die Spezialität von uns Erzengeln.

FA: Und was ist der da denn für ein Typ? Der schaut ja aus wie der Teufel.

HW: Das? Das ist Jesus, brauchen sie nicht…

HW2: Chesuhs, Boss!

FA: Jesus? Willst Du mich verarschen?

HW: Ich meinte „Krampus“. Der straft die Kinder, die nicht brav waren. Kennst Du doch aus der Kindheit. Du bist doch aus Bayern, oder?

FA: Schon…

HW: Pass’ auf, das dauert mit hier zu lange. Jetzt erst einmal das kleine Wunder.

SFX: Apparition

HW: Und? Wie fühlst Du Dich?

FA: Äh. Ich weiß nicht. Ich fühle mich so… seltsam. So ungewohnt.

HW: Wie alt bist Du?

FA: 29, Santa.

HW: Fällt Dir noch ein Wort ein, um Deinen Zustand zu beschreiben?

FA: Stark. Ich fühle mich stark. Und gesund. Ich fühle mich gesund!

HW: Sehr gut. Das ist ein Geschenk von Santa und Deiner Tochter Sabine! Ich habe Dich von der Alkoholkrankheit geheilt. Aber jetzt musst Du dranbleiben! Das wird schwierig für Dich, weil Du ja keinen beschissenen Entzug hattest. Siehst Du diese Adresse auf der Karte?

FA: Ja.

HW: Da gehst Du ab jetzt jede Woche hin. Du brauchst Hilfe. Und, wenn Du da nicht erscheinst, dann schicke ich Jesus und der…

HW2: Chesuhs!

HW: Ich meine: Krampus vorbei. Und wir schauen dann gemeinsam weiter. Verstehen wir uns?

FA: Glaub’ schon.

HW: Deine Tochter braucht Dich nüchtern! Das ist wichtig! Klar?

FA: Ja, Sir. Sir Klaus, meine ich.

HW: Gut. Apropos Sabine. Zu der würde ich jetzt gerne auch einmal.

FA: Klar, kein Problem.

HW: Und hier, mein Assistent Jesus würde sich gerne…

HW2: Chesuhs!

HW: Mein Assistent Krampus würde sich gerne mit Deinem Mann unterhalten. Der hat nämlich den Wunsch auszuziehen.

FA: Im Ernst? Das wäre ja toll. Hat er aber nie gesagt.

HW: Das weiß er nur noch nicht. Aber bald! Keine unnötige Gewalt, Krampus! Wir verstehen uns! Spiele Deinen Charme aus!

HW2: Ich habe meinen Arztkoffer dabei, Boss!

HW: Keine Gewalt, habe ich gesagt!

HW2: Auch keine winzig kleine Zahnwurzelbehandlung?

HW: Leg’ den Hammer weg! Keine Gewalt!

HW2: Aber der Sack darf schon seine Frau verprügeln!

HW: Das verstehst Du nicht! Darum bist Du ja nur ein Unterteufel…

FA: Wie bitte?

HW: Darum bist ja nur unterteuflisch schlecht bezahlt! Der ist auch krank! Keine weitere Diskussion! Gib’ mir den Hammer!

HW2: Hier.

HW: Ach Quatsch! Ich meinte: Gib mir die Kamera!

SFX: White Noise

HW: (off) So. Kamera läuft.

HW: Sabine, ich bin der Santa Klaus und Du hast mir einen Wunschzettel geschrieben. Erinnerst Du Dich?

FA: Klar. Hab’ ich alles richtig geschrieben?

HW: Du hast das supertoll geschrieben! Warum kannst Du so gut schreiben?

FA: Hab’ ich mir selber beigebracht! Weil, ich bin ganz oft hier mit den Kinder-Büchern alleine und da steht manchmal drunter, was man auf dem Bild sieht. Weißt Du?

HW: Sabine, Deine Mama hat versprochen, dass sie nie mehr trinkt. Das wird sie nicht immer halten, manchmal wird sie trotzdem wieder trinken. Aber ich glaube, sie gibt sich ab jetzt viel Mühe. Glaube ich wirklich!

FA: Das ist aber toll, Santa! Danke!

HW: Schon gut! Dafür bin ich da. Hab’ ich nur gemacht, weil Du so ein tolles Kind bist!

FA: Ich hab’ Dich lieb, Santa!

HW: Ich hab’ Dich auch lieb, Sabine. Aber, pass auf: Bei Deinem Papi ist es so, dass ich den nicht einfach so heile machen kann. Der braucht längere Zeit Hilfe von Menschen, die sich mit so etwas auskennen. Und in der Zeit kann er nicht bei Euch sein. Aber dafür haut er dann Deine Mama nicht mehr, wenn er wiederkommt.

FA: Und mich auch nicht?

HW: Und Dich auch nicht. Verstehst Du das?

FA: Ja. Ganz ehrlich gesagt, manchmal bin ich gar nicht so traurig, wenn er ‘mal nicht da ist. Dann muss ich nicht so viel Angst haben. Aber gar nie mehr da sein wäre auch nicht gut. Manchmal ist er nämlich lieb.

HW: Du bist wirklich schlau. Aber, noch eine Frage: Hast Du denn sonst keine anderen Wünsche?

FA: Wenn meine Mama nicht mehr trinkt und der Papa nicht mehr haut, meinst Du?

HW: Genau.

FA: Da gibt’s schon ‘was…

HW: Und das wäre? Sag’ nicht, dass Du einen QR-Code hast!

FA: Wie bitte?

HW: Nichts. War ein Witz.

FA: Verstehe ich nicht.

HW: Schon gut. Was wäre Dein Wunsch?

FA: Nebenan wohnt ein Junge. Der ist auch sehr krank. Kranker noch als Mami oder Papi, weißt Du?

HW: Und?

FA: Der kann nur noch im Rollstuhl fahren. Und dann hab’ ich ihn gefragt, ob er traurig ist…

HW: Und dann?

FA: Dann hat er gesagt: Nein! Aber er hat dabei trotzdem ganz traurig gekuckt. Und ich glaube, der würde lieber nicht im Rollstuhl fahren, sondern gehen. Verstehst Du?

HW: Ach, Sabine! Du bist wirklich toll. Aber das muss er sich schon selber wünschen, verstehst Du?

FA: Verstehe.

HW: Du sollst jetzt einmal nur an Dich denken! Okay? Gibt es etwas, was Du Dir wünscht?

FA: Hm…

HW: Und?

FA: Ich würde gerne eine Nixe sein! Und unter Wasser atmen können! Mit Kopf unter Wasser kann man nämlich nicht hören, wenn es wieder so laut ist, weißt Du?

HW: Ui! Das geht aber nicht, Sabine! Wir brauchen Dich doch hier an Land! Darum hast Du ja keinen Fischkörper. Weil wir Dich brauchen, so schlau wie Du bist! Tut mir leid. Wie wäre es, wenn Du Dir ‘was wünscht, was man kaufen kann?

FA: Kaufen? Und dann gehst Du ins Kaufhaus und kaufst das für mich?

HW: Äh, nein. Dann… dann… also… Sooo weit habe ich noch gar nicht gedacht…

FA: Du bist ja lustig! (lacht) Was einkaufen können wir Menschen doch selber! Da brauchen wir doch Dich nicht!

HW: Da hast Du irgendwie recht…
FA: Aber ich weiß ‘was!

HW: Du hast einen Wunsch? Nur für Dich?

FA: Ja!

HW: Und?

FA: Soll ich den verraten?

HW: Na sicher!

FA: Ich wünsche mir, dass Du mich ab jetzt jedes Jahr besuchen kommst!

HW: Jedes Jahr?

FA: Ja! Geht das?

HW: Hm… Also… Ich weiß ja nicht…

FA: Bitte!

HW: Gut! Ausgemacht! Dann bis nächstes Jahr. Aber jetzt muss ich gehen, Sabine!

FA: Kein Problem! Du kommst ja wieder!

HW: Ich komme wieder!

SFX: Noise. Setup

HW: Und? Läuft die Kamera?

HW2: Ja, Boss! Gutes Bild mit dem Feuer im Hintergrund, übrigens!

HW: Danke. Also…

Lieber heiliger Nikolaus von Smyrna. AKA Santa Claus AKA Weihnachtsmann AKA Nikolausi!

Es war jetzt lange Jahre sehr, sehr lustig, dass Du uns die Briefe von Kindern geschickt hast, die noch nicht richtig schreiben können oder eine Lese-Rechtschreib-Schwäche haben.

Ich bin mir sicher, für einen Heiligen bist Du ein richtiges Komik-Genie! Machst Du an Deinen 364 freien Tagen im Jahr vielleicht Standup? Hast Du vielleicht ein Netflix-Special? Das würden wir hier in der Hölle sicher ausstrahlen! Wir haben ja so eine sadistische Ader…

Aber leider trägst Du halt Deinen Humor auf dem Rücken der Kinder aus, wenn Du deren Wünsche nicht wahrnimmst, sondern an uns delegierst. Und, um Dir einmal etwas zu erklären, was ihr da oben manchmal durcheinander bringt: Ich bin nicht hier unten, weil ich die Menschen hasse!

Satan heiße ich, weil ich „rebellisch“ bin, Lucifer heiße ich, weil ich den Menschen das Licht gebracht habe und Diabolos heiße ich, weil ich alles durcheinander werfe. Muss ja auch einer machen. Frag’ ruhig den Boss!

Und jetzt ziehen wir das ganze Spiel neu auf, lieber Nikolausi! Wie Du auf dem Video siehst, mache ich Deinen Job um Welten besser als Du! Ja. Ist so. Was machst Du denn?

Du bringst den Kindern Geschenke! Ist ja toll! Gratuliere!

Macht der Mann von DHL auch! Und Oma, Opa, Mama, Papa sowieso.

In der Konsumgesellschaft hast Du ausgedient! Wer betet schon einen Heiligen an, bloß, weil er Geschenke ausliefert? Kannst. Du. vergessen!

Ab jetzt übernehme ich Deinen Laden! Da staunst Du, oder? Und Du brauchst gar nicht so kucken, Jesus ist auf meiner…

„Chesuhs…“

…Klappe! Also, Jesus ist völlig meiner Meinung! Du kannst dann hier übernehmen, meint Jesus…

„Chesuhs!“

…hältst Du gerade einmal für zwei Minuten die Klappe! Also, Jesus meint, Du könntest hier übernehmen. In Deinem Alter braucht man’s ja auch wärmer. Wegen der Gelenke und so…

Ich lass’ Dir meine Playstation da, mein letzter Save bei GTA ist göttlich, möchte ich behaupten!

Unter uns, wir machen das hier ja schon lange. Ist er nicht lustig, der Boss? Dieses Dings, dieses „Vergebung“, dass der Boss manchmal draufhat – ich meine, DAS wirft doch wirklich alles toll durcheinander, oder?

Mir, nur so als kleines Beispiel, mir hat er vergeben, weil ich so ein prima Santa war! Hab’ ich auch nicht im Mindesten damit gerechnet! Wirklich! Ich war völlig platt!

Aber mit Dir hat er, glaube ich, noch ein Hühnchen zu rupfen…

Schöne Grüße also aus der Hölle, ich packe gerade meine Sachen!

Richte auch Michi und Gabi schöne Grüße aus! Wir kommen dann ab und zu zum Pokern bei Dir in der Hölle vorbei – aber, ein Tipp noch vorab: Vorsicht, Erzengel Gabriel schummelt!

Tschüssikowski, Dein Satan!