Google Maps



Die Handlung der meisten Märchen, Sagen, Filme oder Fernsehserien, die vor 2007 geschrieben wurden, ist eigentlich obsolet. Wenn sich die Helden irgendwo verirren, dann haben sie ja jetzt immer ihr Smartphone und Google Maps dabei.

„Hier Hänsel und Gretel! Wir stehen in so einem komischen Wald. Wir senden Ihnen unsere Koordinaten, können Sie uns ein Uber schicken?“

Frau Anders und Herr Wunderlich machen das noch altmodisch. Bis halt nichts anderes mehr hilft, dann fragen wir auch Google. Aber das bedeutet nicht, dass aus dem Ausflug nicht trotzdem eine mittlere Katastrophe wird!


Buch-Link: „Podcasting!: Alles für ihren perfekten Podcast: Planung, Aufnahme, Schnitt, Vermarktung
Download der Sendung hier.
Musiktitel: „Google Maps Holiday“ von Samuel Duffy


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Skript zur Sendung

FA: So, Herr Wunderlich, kann’s jetzt losgehen?
HW: Ja, schon. Glaub‘ ich. Haben wir alles?
FA: Schauen wir einmal. Wir haben die Blumen und den Wein und eine Frau Anders, einen Herr Wunderlich und wir sitzen, glaube ich, im richtigen Auto.

HW: Ach. Praktisch, dass das richtige Auto immer vor unserer Garage steht, oder?
FA: Sehr praktisch. Muss sich jemand ausgedacht haben, der echt Ahnung von Workflow und Debugging hat!

HW: Halt! Mein Geldbeutel! Ich hab‘ meinen Geldbeutel vergessen!
FA: Oh, mein Gott! Das ist ja furchtbar! Wie sollen wir denn dann den Eintritt bei der Grillparty bezahlen?
HW: Wie, das wird eine Grillparty bei Emma und Yann?

FA: Ja. Es hat über 34 Grad, es ist Sommer, da haben uns Emma und Yann zu einer Grillparty eingeladen!
HW: Ich HASSE Grillparties!

FA: Ich weiß. Aber – und ich zitiere Herrn Wunderlich wörtlich: „Wir sollten mehr unter die Leute kommen. Immer sitzen wir nur im Studio oder putzen das Haus oder gehen Gassi. Ich komm‘ nur raus, wenn ich zum Einkaufen gehe!“
HW: Ja, hab‘ ich gesagt. Aber eine Grillparty?

FA: Jetzt hab‘ Dich nicht so! Emma und Yann sind supernett. Und das Morgenradio hören sie auch!
HW: O.k. Dann hole ich noch schnell den Geldbeutel!
FA: Warum das denn? Das war ein Witz! Das kostet keinen Eintritt!

HW: Schon, aber da sind meine Papiere drin!
FA: Wozu brauchst Du denn Papiere? Willst Du auswandern?
HW: Na ja, Fahrzeugschein und Führerschein. Muss man, glaub‘ ich, dabei haben!
FA: Ach was, die machen das alles digital!

HW: Ja, aber dann haben sie gleich einen Grund zum Mosern, wenn sie einen anhalten! Ich geh‘ schnell!
FA: Gut. Wenn Du schon gehst, dann nimm mir doch auch noch ‚was mit, o.k.?
HW: Ha! Siehste! Was brauchst Du?
FA: Meinen Reisepass. Liegt im Keller.

HW: Was? Deinen Reisepass?
FA: Und die Geburtsurkunde. Liegt im Keller. Aber ich weiß nicht genau, wo…
HW: Klar, alles liegt im Keller. Und Du weißt nie, wo…

FA: Ja, könntest Du die vielleicht kurz suchen? Wer weiß, vielleicht heirate ich ja auf dem Weg nach Mickhausen überraschend? Oder ich muss entbinden?
HW: Sehr witzig!
FA: Na, bei Deinem Fahrstil gehen schon einmal schnell neun Monate ins Land!

HW: Ich fahre sicher. Mickhausen? Wo liegt das denn? Klingt wie aus einem Lustigen Taschenbuch. „Goofy, hast Du auch ‚was mitgebracht zum Grillen?“ „Ja, Micky, Mäusefleisch!“
FA: Das liegt in den Stauden. Da, wo wir letztes Jahr das Holz mit dem Hänger geholt haben, weißt Du?

HW: Ach so! Klar! Na, das ist ja nicht weit. Warte schnell! Ich hole meinen Geldbeutel!
FA: Und denk‘ an das Familienbuch!
HW: Pfft!

FA: (schaltet Musik ein)
SFX: Musik

HW: (schlägt Tür zu. Sitzgeräusch)
SFX: Tür, Stuhl

HW: So. Das hätten wir! Stört’s Dich, wenn ich die Musik ausmach‘?
FA: Wieso, ist doch nett?
HW: Schon, aber dann kann ich mich besser konzentrieren!
FA: Stimmt. Ich habe vergessen, dass Du ja heute einen Geschwindigkeitsrekord aufstellen willst.
HW: Das will ich sicher nicht!

FA: Bobingen – Mickhausen in nur zwei Stunden!
HW: Was? Wieso? Wie weit ist dieses Mickhausen denn weg?
FA: 17 Kilometer. Aber für Dich wären zwei Stunden trotzdem…
HW: Sehr witzig! Wirklich! Ich halte mich halt einfach an die Verkehrsregeln! Solltest Du auch tun. Denn dann muss man nicht die ganze Zeit kucken, ob irgendwo Blitzer stehen. Ist entspannender!

FA: Gut. Wenn Du meinst. Wie wäre es, wenn wir jetzt losfahren?
HW: Klar. Warum zieht man denn eigentlich nach Mickhausen?
FA: Keine Ahnung! Ich schätze Emma und Yann wollten nicht, dass sie bei Regen naß werden.
HW: Aber hatten die nicht eine tolle Wohnung in Augsburg. Hat’s in die etwa reingeregnet?

FA: Das Haus in Mickhausen kostet so viel wie die winzige Wohnung in Augsburg.
HW: Für mich wäre das nichts. Da muss man überall mit dem Auto hinfahren!
FA: Klar. Das wäre nichts für Dich. Weil mit dem Auto dauert’s immer so lange. Da gehst Du lieber zu Fuß, biste schneller!
HW: Das ist eine 30er-Zone, Frau Anders!

FA: Stimmt. Die wir in die falsche Richtung fahren.
HW: Wieso das denn? Ich dachte, wir fahren in die Stauden.
FA: Genau. Und die liegen im Westen also in der umgekehrten Himmelsrichtung.
HW: Schon, aber so kommen wir auf die Umgehungsstraße und von da auf die B17.

FA: Was wollen wir denn auf der B17?
HW: Was wir da wollen? Hab‘ ich Dir nicht gesagt, dass ich ‚mal probieren wollte, da Badminton zu spielen? Hast Du nicht den Schläger und die Bälle im Kofferraum gesehen?
FA: Aber die B17 führt doch auch nicht in die Stauden!
HW: Natürlich kann man auch so fahren. Das ist viel schneller!

FA: Oh, mein Gott! Herr Wunderlich, wach auf! Das mit den zwei Stunden nach Mickhausen war nur ein Scherz! Du MUSST nicht zwei Stunden brauchen!
HW: Pass‘ auf! Das klappt schon! Ich kenn‘ mich aus!

FA: Du kennst Dich aus? Du meinst, weil Du so einen ausgezeichneten Orientierungssinn hast?
HW: Ich habe wirklich einen ausgezeichneten Orientierungssinn!
FA: Sagt der Mann, der im Keller steht und mich fragt: Hä, hier wollt‘ ich ja gar nicht hin.
HW: In Deinem Keller kann man sich aber auch verlaufen. Wahrscheinlich habe ich Deine Geburtsurkunde gesucht!

FA: Oh! Schau ‚mal!
HW: Kann nicht, muss mich konzentrieren!
FA: Das ist aber schade. Sonst hättest Du einen Blick auf die wunderschöne Ausfahrt werfen können, die wir hätten nehmen sollen!
HW: Damit wir dann doch Deine Route durch die Pampa nehmen und kreuz und quer durch die Urwälder Bayerns kreuzen. Bei gefühlten 100 Stundenkilometern!

FA: Ach stimmt. Ich hatte vergessen, dass der schnellste Weg zum Nachbardorf über Hessen und Rheinland-Pfalz führt!
HW: Jetzt zicke hier nicht ‚rum. Entspann‘ Dich! Genieß‘ die Fahrt! Mit mir als Fahrer kann Dir nichts passieren. 33 Jahre unfallfrei!
FA: Ich glaube, ich ruf‘ Emma und Yann an, dass wir später kommen!

HW: Wieso, wann sollten wir da sein?
FA: 2018.
HW: Nett. Netter Scherz. Weißt Du ‚was? Da ist ein Parkplatz, da halte ich und wir tauschen die Plätze. Einverstanden?

FA: O.k. Rufst Du dann Emma und Yann an?
HW: Wieso?
FA: Na ja, eigentlich sollten wir schon seit einer Stunde da sein. Hab‘ ich ein bisschen verschusselt!

HW: Ach so, darum die Hetze! Macht aber nichts. Dann sind die vielleicht mit dem Fleisch schon durch, wenn wir kommen und für uns bleibt noch lecker verkohlte Zucchini und Brot!
FA: O.k. Mein Gott, wie Du Dir den Sitz immer einstellst! Kein Wunder, wenn ich so sitzen würde, dann würde ich auch sofort einschlafen.
HW: Du bist auch 20 cm kürzer als ich. Wenn Du so sitzt, dann kannst Du nicht einmal über’s Lenkrad schauen.

FA: O.k. Fertig. So schaffen wir’s noch rechtzeitig. Dann zeig‘ ich Dir ‚mal, wie man nach Mickhausen fährt, mein Lieber!
HW: Bin schon gespannt. Soll ich das vielleicht mitfilmen? Damit uns das später jeder glaubt? Denn bisher galt es physikalisch als recht schwierig, in die Vergangenheit zu reisen?

FA: Oh, mein Gott, dann müsste ich ja noch einmal miterleben, wie Du Deine Dokumente bügelst, damit sie sich für die Frauen und Herren von der Polizei auch angenehm anfühlen!
HW: Und ich, wie Dein Körper im Flurschrank verschwindet und Du, völlig vergraben unter Schuhen, rufst: Mein Gott, ich habe keine Schuhe!

FA: So, Deinen Umweg hätten wir schon einmal wettgemacht!
HW: Ach! Kleine Frage übrigens! Warum meinst Du, haben diese Idioten von der Verkehrsplanung bei der Ausfahrt, an der Du gerade vorbeigerast bist, ein Schild angebracht, auf das sie „Mickhausen“ geschrieben haben?
FA: Damit Du auch schön alle Neubaugebiete umfährst, wo sich reiche Münchner Häuser bauen, mein Lieber!

HW: Ach, jetzt geht’s wieder gegen München. Die verschlafene kleine Provinzstadt. Geradzu ein Kaff gegen Dernbach im Westerwald!
FA: Häh? Wieso ist hier eine Autobahn-Auffahrt?
HW: Keine Ahnung? Vielleicht ein Grenzübergang nach Österreich?

FA: Dann wäre es ja gut, dass Du meinen Reisepass mitgebracht hast!
HW: Weißt Du was? Mir reicht das. Ich frag‘ jetzt Google Maps!
FA: Klar, weil Du halt nicht Karten lesen kannst!
HW: Ich kann schon Karten lesen! Aber rein zufällig hat es in diesem Auto nur ungefähr fünf Labello, dreißig Packungen Tempo, einen Stapel esoterische CDs, aber keine Karten!
FA: Ich brauch die für meine trockene Lippen!

HW: Aber keine Landkarten. Die sind… laß‘ mich raten… im Keller?
FA: Natürlich nicht, die sind… Hmm… Vielleicht doch…

HW: Das reicht! „O.k. Google. Was ist der kürzeste Weg nach Mickhausen?“
FA: Oops!
HW: Was ist?

Google: Route wird berechnet.

FA: Ach, nichts!
HW: Hast Du die falsche Ausfahrt genommen?
FA: Frag‘ doch Deine Frau Google!
HW: Die kriegt gerade nicht genug GPS hier in der Pampa…
FA: So, so. Kann wahrscheinlich auch nicht Karten lesen!
Google: Drehen Sie bitte um! (Bitte wenden Sie)

HW: Siehst Du! Falsche Richtung!

Google: Drehen Sie bitte um!

FA: Ja, wie denn? Das ist eine Autobahn! Wie soll ich da umdrehen?
HW: Was? Wir sind auf der Autobahn? Wieso das denn?

Google: Drehen Sie bitte um!

FA: Ja, ich habe die falsche Ausfahrt genommen, weil Du mich mit Deinem blöden Handy abgelenkt hast!
HW: Ich habe was?

Google: Verlassen Sie die A96 Richtung Lindau bei der Ausfahrt 23, Buchloe Ost.

HW: Oh, mein Gott! Wir sind ja schon halb am Bodensee!
FA: Ich habe Dir doch gesagt, dass Du komplett in die falsche Richtung fährst!

Google: Verlassen Sie die A96 Richtung Lindau bei der Ausfahrt 23, Buchloe Ost.

HW: Vielleicht sollten wir Emma und Yann doch anrufen! Damit die uns Schlafsäcke rauslegen können!
FA: Na, dann schauen wir ‚mal, ob Deine neunmalschlaue Freundin im Handy nicht noch den Weg findet.

Google: Bitte verlassen Sie JETZT die A96 Richtung Lindau bei der Ausfahrt 23, Buchloe Ost und halten Sie sich rechts.

HW: Es wird vielleicht Zeit, den Hebel für die Fahrtrichtungswechsler zu bedienen!
FA: Quatsch, ist doch keine Sau auf der Autobahn!

Google: Folgen Sie den Hinweisschildern nach Lamerdingen, Schwabmünchen, Augsburg.

HW: Na klar! Jetzt fahren wir über Augsburg! Na klasse!
FA: Was ist? Hast Du kein Vertrauen in die schlaue Frau Google, oder ‚was?
HW: In die schon…

Google: Im Kreisverkehr die dritte Ausfahrt nehmen Richtung Lamerdingen, Schwabmünchen, Augsburg.

HW: (tippt. SFX: Tippen)
FA: Was machst Du denn da?
HW: Ich schreibe Emma per WhatsApp.
FA: Aber geht dann nicht Frau Google aus?
HW: Wo sind wir denn jetzt?

Google: Drehen Sie bitte um!

FA: Das passt schon!
HW: Google ist da anscheinend anderer Meinung.
FA: Das ist genau Richtung Nordwesten. Genau da, wo Mickhausen liegt.
HW: Das ist Süden! Zu zeigst in den Süden!

Google: Drehen Sie bitte um!
FA: Das ist doch nicht Süden! Da steht am Mittag die Sonne. Also ist DA Süden!
HW: Woher weißt Du, wo hier mittags die Sonne steht? Warst Du schon einmal in Ummenhofen?
FA: Wo?
HW: Ummenhofen. Stand da gerade. „Rössle Bräu Ummenhofen“.
FA: Ach so.

Google: An der nächsten Kreuzung rechts abbiegen nach Waal.

HW: Wie? Ach so?
FA: Na, wenn da „Rössle Bräu Ummenhofen“ steht, muss das ja nicht Ummenhofen sein.
HW: Ach? Sondern? Montabaur?
FA: Na, wenn an der Kneipe eine Tafel hängt mit „Augustiner“, bedeutet das auch nicht, dass man automatisch in München ist!

Google: An der nächsten Kreuzung rechts abbiegen nach Waal.

FA: Oh, mein Gott! Kann die doofe Kuh aufhören, mich zu belehren?
HW: Ja. Die ist so programmiert, speziell Dich zu ärgern. Da haben sich die Programmierer zusammengesetzt und statt einer vernünftigen KI lieber ein Frau-Anders-Quälprogramm installiert!

Google: Drehen Sie bitte um!

FA: Warum ist diese besserwisserische Zicke so besessen vom Umdrehen? Dauernd soll ich umdrehen!
HW: Ich denke, es besteht da vielleicht – nur vielleicht – ein Zusammenhang mit der Tatsache, dass Du nie das machst, was sie sagt. Nur so ein Impuls…
FA: Na, weil sie einfach Mist redet mit Ihrer Computerstimme!
HW: Ich finde die Stimme sympathisch!

Google: Vielen Dank!

HW: Bitte… Was?

FA: Hat die gerade „Vielen Dank“ gesagt?
HW: Hab‘ ich auch gehört!

Google: An der nächsten Kreuzung rechts abbiegen Richtung Unterdießen.

FA: War wahrscheinlich Einbildung. Äh, was hat sie gesagt?
HW: Keine Ahnung, ich war abgelenkt…
FA: Frag‘ Sie halt noch einmal!
HW: So funktioniert das nicht, Frau Anders!
FA: Versuch’s halt! Schließlich findest Du sie ja so supertoll!
HW: Das ist auch wirklich ein sehr beeindruckendes Programm, findest Du nicht?

Google: An der nächsten Kreuzung rechts abbiegen Richtung Unterdießen.

FA: (ironisch) Ja, so superschlau! Und so eine sympathische Stimme!
HW: Na, wo wären wir jetzt ohne die Frau von Google?
FA: Keine Ahnung? Bei Emma und Yann in Mickhausen vielleicht?

Google: Drehen Sie bitte um!

FA: Oh, mein Gott! Diese Hexe mit ihrem ewigen Umdrehen!
HW: Na, warum bist Du auch nicht rechts abgebogen, wie sie gesagt hat?
FA: Weil man da nirgends rechts abbiegen konnte? Soll ich mit dem Berlingo durch die Maisfelder pflügen, nur weil Deine künstliche Geliebte das von mir verlangt?

Google: Drehen Sie bitte um!

HW: Du könntest ja einmal zur Abwechslung das machen, was sie sagt. Und wenn’s dann nicht klappt, dann kannst Du ihr die Schuld geben. Aber so…

SFX: Bremsen quietschen

FA: OK! OK! Ich mach‘ ab jetzt alles, was Deine Frau Google sagt.
HW: Schön. Gib‘ ihr einfach eine faire Chance!

FA: (aggro) Liebe Frau Google! Wir stecken hier in der Pampa fest. Wie kommen wir zu Yann?
HW: Yann hab‘ ich nicht abgespeichert.
FA: Dann halt zu Emma verdammt!

Google: Route wird berechnet

FA: Du immer mit Deinem Schnickschnack! Wenn wir Deinen Gameboy genommen hätten, dann hätte uns Tetris besser den Weg erklärt als diese Blechschnepfe.
HW: Jetzt wart’s ab!

Google: Drehen Sie bitte um!

FA: War klar. Das war ja klar.
HW: Na, jetzt dreh‘ halt einfach um!
FA: Gut. Ist ja ein Experiment!

Google: Im Kreisverkehr die dritte Ausfahrt Richtung Holzweiher nehmen.

FA: Holzweiher?
HW: Ja mei? Was weiß ich! Aber jetzt warte! Jetzt zählen wir mit!
FA/HW: Eins, zwei…
FA: Was? Auf den Feldweg?
HW: Das ist sicher der kürzeste Weg. Die weiß ja auch, wo ein Stau ist!
FA: Wie? Ein Stau? Weil alle Touristen genau heute abend nach Ummenhausen wollen?
HW: Jetzt fahr‘ halt!
FA: Na gut.

Google: Dem Weg für 800 Meter folgen.

FA: Das wird ja immer enger. Hoffentlich kommen uns nicht Lastwägen entgegen.
HW: Klar, weil die um die Uhrzeit hier im Wald immer Brennesseln und Brombeeren anliefern…
FA: Nein, Decken und Tee und Snacks für die Touristen, die in Ummenhausen festsitzen.

Google: Die nächste Abzweigung nach rechts nehmen

FA: Einen Teufel werde ich!
HW: Frau Anders! Jetzt mach‘ einfach einmal mit! Du kannst Dich auf Google verlassen!
FA: Na gut. Dieses eine Mal höre ich auf Deine Frau Google. Wie alt die wohl ist?

Google: Dem Weg zweihundert Meter folgen bis zur Furt, Du blöde Kuh!

FA: Was? Hast Du das auch gehört?
HW: Na klar, Du sollst dem Weg folgen bis zur Furt!
FA: Nein, nicht das mit der Furt…
HW: Ich wusste gar nicht, dass es das noch gibt. Furten? Das ist ja wie in einem Deiner Mittelalterschinken!

Google: Überqueren Sie die Furt und folgen Sie dann dem Weg bis in alle Ewigkeit.

FA: Hey, hast Du das wieder gehört?
HW: Natürlich, Du sollst die Furt überqueren. Ach, kuck‘ mal! Es gibt sogar ein Verkehrsschild für „Furt“! Hast Du das gewusst?
FA: Nein, ich meine nicht das mit der Furt, sondern mit „Alle Ewigkeit“.
HW: Na, und? Die Dörfer hier in Schwaben haben doch alle so komische Namen.

Google: Überqueren Sie die Furt.

FA: Meinst Du, ich soll echt…
HW: Warum denn nicht? Ist doch eine Furt. Da kann man durch-fuhren. Daher der Name!
FA: Aber schaut schon tief aus…
HW: Liebe Frau Anders! Wenn man da nicht durchfuhren, ähh durchfahren könnte, dann hätte Google das nicht vorgeschlagen und vor allem stünde dann da auch kein Verkehrsschild.
FA: Gut, ich fuhre ja schon!

Google: Na dann, viel Spaß!

FA: Was war das? Das hast Du jetzt aber gehört, oder?
HW: Klar. Aber das war doch nett! Die geben sich halt Mühe, das Interface immer menschlicher zu machen!
FA: Ich glaube, das ist zu tief!
HW: Ach, was!

Google: Na, kannst Du schwimmen, alte Hexe?

FA: Wie bitte?
HW: Jetzt fahr‘ halt weiter!
FA: Ich kann nicht! Der Motor ist abgesoffen! Und ich hab‘ schon nasse Füße!
HW: Stimmt, bei mir dringt auch schon Wasser ein!

Google: (sarkastisch) Soll ich vielleicht Yann und Emma anrufen?

FA: Wir müssen hier raus!
HW: Allerdings! Wie kann denn so ein Bach so tief sein? Das gibt’s doch gar nicht!
FA: Raus jetzt!
SFX: Bubbles
SFX: Vögelzwitschern
FA: Oh, mein Gott! Das war knapp!
HW: Das ist ja unglaublich! Das kann doch gar nicht sein?

Google: Das hast Du jetzt davon! Phhh, selber blöde Kuh!

SFX: Platsch!
FA: Aber was machst Du denn?
HW: Ich habe das Handy weg geworfen! Das ist ja unheimlich!
FA: Toll! Und wie finden wir jetzt den Weg nach Mickhausen ohne Google?
HW: Wir fragen halt jemanden.
(Pause)
SFX: Kuckuck

HW: Weißt Du, dass Bäume immer eine Wetterseite haben? Die zeigt immer nach Westen!
FA: Nach Norden, aber egal. Ich fasse es nicht! Ich stehe irgendwo mit Doofy Crocket mitten im Wald und der wirft das Handy weg. Jetzt können wir noch nicht einmal den ADAC anrufen!
HW: Stimmt. Weißt Du, was richtig scheiße ist?
FA: Nein. Sag‘ nicht, dass Du Krebs hast!

HW: Nein, aber mein Geldbeutel ist auch noch im Auto. Mit den Papieren!
FA: Oh, mein Gott! Hoffentlich kommt jetzt nicht die Verkehrs-Polizei!

(Stimmen immer leiser, Ambient immer lauter)

HW: Kuck‘ mal, der Mond!
FA: (ironisch) Oh, wie malerisch? Willst Du mich verführen, Du Schlingel?
HW: Nein, aber zeigt der nicht nach Süden?
FA: Das ist doch nicht die Sonne!
HW: Also nach Norden?
FA: Wie wär’s, wenn wir umdrehen? Das fand doch Deine Ex-Freundin immer so geil!
HW: Mein Gott! Wäre bloß ich gefahren!
FA: Stimmt. Dann wären wir jetzt schon in Köln!
HW: Na und? Von da isses doch nicht mehr weit in Deinen Westerwald!
FA: Das ist nicht mein Westerwald, verdammt. Du weißt ganz genau wie ich dieses veregnete Mittelgebirge hasse…

Improv