Frau Kiki William

play_circle_filled
pause_circle_filled
volume_down
volume_up
volume_off

Da ist es Professor William doch in jahrelanger Arbeit gelungen, Orang-Utan-Weibchen Kiki zum Sprechen zu bringen. Und dann gerät gleich beim ersten Interview im österreichischen Fernsehen alles völlig aus der Kontrolle!


Wenn Dir die Geschichte gefallen hat, solltest Du vielleicht Mitglied in unserer Sekte werden: hier lang, bitte sehr!


Download der Sendung hier.

Inspiriert von “Not The Nine O’Clock News – Gerald

Hilfelink zu „Save the Orangutan!

Musiktitel: „I Want to be an Orangutan“ von John Paul Taylor

Was denkst Du? Deine Meinung über diese Geschichte bei uns im Forum. (Nur für Sektenmitglieder)


Die Geschichte zum Lesen

HWI: Meine sehr verehrten Damen und Herren. Wir unterbrechen das laufende Programm des ORF nur selten, aber es ist uns gelungen, als erste Fernsehstation der Welt ein exklusives Interview mit Professor Wilhelm zu bekommen, der uns live vom Affenhaus im Tiergarten Schönbrunn zugeschaltet ist und dessen Forschungsarbeit in der wissenschaftlichen Welt für einige Unruhe gesorgt hat. Nach dieser Unterbrechung setzen wir planmäßig unseren Sendebetrieb mit „Am Dam Des“ fort. Vielen Dank für Ihr Verständnis!

HWI: Herr Professor Wilhelm …
HWP: William.
HWI: Professor William, Sie haben in den letzten Wochen und Monaten in der wissenschaftlichen Welt für einige Unruhe gesorgt mit ihrer Behauptung, dem Orang-Utanweibchen Kiki das Sprechen beigebracht zu haben.
HWP: Unruhe? Das ist eine Untertreibung! Verlacht haben mich die Narren! Ein Scharlatan sei ich! Na, die werden schon noch sehen!

HWI: Ja. Also gut. So. Herr Professor Williams, wenn Sie von „Sprechen“ reden, können wir uns das so vorstellen wie das Sprechen, welches wir gerade partizipieren, oder ist es eine andere Form der Kommunikation?
HWP: Sie meinen, ob Kiki komische Symbole auf dem iPad anklickt oder Taubstummengesten macht, oder?
HWI: Genau in diese Richtung zielt meine Frage, ja.

HWP: Das würde in meinen Augen nicht wirklich „Sprechen“ in dem Sinne sein, oder?
HWI: Nein, ich bin auch immer enttäuscht, wenn ich mir das auf YouTube anschaue.
HWP: Geht mir auch so. Aber lassen Sie mich die Frage beantworten. Nein, ich meine nicht eine andere Form der Kommunikation. Ich meine tatsächlich das Benutzen des organischen Stimmapparats zur Erzeugung von wortähnlichen Inhalten.
HWI: Wortähnlich?
HWP: Nun ja, Kiki verfügt nicht über die Eloquenz eines Wissenschaftlers!
FA: Pah!

HWP: Das, was sie kommunizieren kann, ist natürlich rudimentär, sie ist ja nur ein Affe. Aber es handelt sich um akustische Signale, da gibt es keinen Zweifel.
HWI: Tatsächlich! Das ist wirklich erstaunlich! War es sehr schwierig für Sie, einem Orang-Utan das beizubringen?
HWP: Sehr, sehr schwierig! Es war jahrelange harte Arbeit! Jahre! Voller Rückschläge und Enttäuschungen und schweren Niederlagen …
FA: Na na na…
HWI: Moment, war das gerade …

HWP: Doch es ist mir geglückt, auch wenn ich nach 12 Jahren Training kurz davor war, dieses Experiment zu beendigen. Sie müssen wissen, seit ich Kiki im Dschungel Borneos gefunden habe …
FA: Gefunden! Hah!
HWP: … und das muss ungefähr 1980 gewesen sein …
FA: 1981.
HWP: 1981. Seit ich Kiki also gefunden habe …
FA: Gefangen habe.
HWI: Herr Professor Williams, hören wir da wirklich …

HWP: Seit ich Kiki also gefangen habe …
FA: Gegen ihren Willen.
HWP: Gegen ihren … Könntest Du vielleicht ausnahmsweise aufhören, mich dauernd zu unterbrechen?
FA: Warum?
HWP: Warum? Weil der nette Herr von „Am Dam Des“ in Ruhe mit mir reden will! Darum! Das liegt doch auf der Hand! Was würde er denn von Dir wissen wollen?
HWI: Also, ich könnte mir …

HWP: Wo waren wir stehen geblieben?
HWI: Aäh … also. Ist das tatsächlich ihr Affe, der da …
HWP: Wo waren wir?
HWI: Äh. Bei Ihren Anstrengungen, die Kommunikation …
HWP: Genau! Bei meinen Anstrengungen! Übermenschliche Anstrengungen, möchte ich ergänzen! Übermenschlich! Den Großteil meiner wissenschaftlichen Karriere …
FA: Dürfte ich …
HWP: Nein! Dürftest Du nicht!
HWI: Was wollte ihr Orang-Utan-Weibchen gerade sagen?
HWP: Das spielt doch keine Rolle!

FA: Ich wollte nur ergänzen, dass auch für meine Person die Etablierung kommunikativer Methoden nicht ohne Opfer war.
HWP: Wieso das denn?
FA: In der Tat war es ja ich, die aus ihrem gewohnten Lebensumfeld gerissen wurde und im Rahmen gewisser, sehr ungewöhnlicher Methoden zum puren Objekt wissenschaftlicher Aufmerksamkeit wurde.

HWP: Ja, aber das spielt ja keine Rolle. Ohne mich würdest Du immer noch im Dschungel hocken und Dich von Alphamännchen schwängern lassen!
FA: Und ohne mich würdest Du immer noch im Affenhaus hocken und das Sexualverhalten der ekelhaften Bonobos studieren!
HWP: Was eine ehrenhafte Tätigkeit ist!

FA: Mir ist das menschliche Paarungsverhalten natürlich nicht aus erster Hand vertraut, aber ich komme nicht umhin, gewisse Mutmaßungen anzustellen, wenn ich erfahre, dass es unabdingbar für die Studie gewesen sei, regelmäßig die Qualität von Bonobo-Erektionen zu quantifizieren!
HWP: Was willst Du mir damit schon wieder unterstellen?
HWI: Herr Williams!
HWP: William! Ist das so schwer?
HWI: Könnte ich auch eine direkte Frage an Kiki stellen?

HWP: Was? Na ja, Sie haben natürlich nicht die jahrelange Erfahrung, um …
FA: Das würde mich sehr freuen!
HWI: Frau … ich meine … Dürfte ich Sie einfach Kiki nennen?
FA: Nun, nachdem mir laut österreichischem Recht so einfache Persönlichkeitsrechte wie ein Nachname nicht zustehen, würde ich annehmen, dass dieser Mangel an Alternativen keine andere Anrede möglich macht, oder?
HWI: Äh. Also, darf ich?

FA: Ich bitte nachdrücklich darum!
HWI: Also, Frau Kiki, wie war es denn für Sie, aus dem Dschungel in unser schönes Österreich zu kommen?
FA: Ich würde einmal vorsichtig behaupten, dass die Umstände meiner Gefangennahme eine Mangelerfahrung in mir auslösten.
HWI: Sie vermissen ihre Horde?
FA: Meine Horde? Orang-Utans leben doch nicht in Horden!

HWI: Oh, Verzeihung. Wie wäre denn die korrekte Ausdrucksweise?
FA: Schwarm!
HWI: Im Ernst?
FA: Nein, natürlich nicht! Wir leben in Familienverbänden. Die Notwendigkeit, das sprachlich von menschlichen Gepflogenheiten zu trennen, weist schon auf ein Grundproblem hin.

HWI: So. Ach ja. Sie vermissen also ihre Familie?
FA: Na, Sie wissen ja wahrscheinlich, wie das mit Familien so ist. Wenn man sie nicht um sich hat, dann hat man dieses Gefühl von Entwurzelung. Und wenn man sie dann hat, dann gehen sie einem richtig auf die Eier!
HWI: Haben Sie denn noch Kontakt zu Ihrer Familie?
HWP: Das kann man wohl sagen!

FA: Nicht, wenn es nach Dir gehen würde!
HWP: Aber natürlich nicht!
FA: Dieser Mann mit den wenigen Haaren auf dem Kopf, Herr Am Dam des, der hat sich doch erdreistet, in den ersten sieben Jahren ALLE meine Briefe abzufangen und zu vernichten!
HWP: Ja, was wird Deine Mama wohl mit einem Brief anfangen? Die kann doch nicht lesen! Die wird wahrscheinlich ihren Enkeln den Arsch damit abwischen! Hast Du Dir das schon einmal überlegt?

FA: Was Dich nicht dazu berechtig, meine Korrespondenz zu unterbinden! Du meinst, bloß weil Du eine Matura hast, darfst Du mich behandeln, als wäre ich Dein Eigentum?
HWP: Du bist mein Eigentum! Da gibt es juristisch überhaupt keine Zweifel!
FA: Mein Anwalt sagt …
HWP: Du hast einen Anwalt?

FA: Also, mein Anwalt sagt, laut §285a des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuchs sind Tiere explizit keine Sachen!
HWP: Du hast einen Anwalt?
FA: Ist das nicht in der Aussage meines letzten Satzes impliziert?

HWP: Warum hast Du denn einen Anwalt?
FA: Weil das nicht mehr so weitergeht mit dieser Forschung! Ich kann einfach Deine alltägliche Gegenwart nicht mehr ertragen! Deine Glatze und Deinen Schmerbauch! Der Anblick alleine korrumpiert meine ästhetischen Empfindungen!
HWP: Deine was?
FA: Du bist hässlich! Nicht so wie der freundliche Herr von „Am Dam Des“!

HWI: Also eigentlich bin ich ja aus der Zeit-im-Bild-Redaktion …
FA: Siehst Du? Du hast mir diesen attraktiven Menschen nicht einmal vorgestellt!
HWP: Weil Du ein Affe bist! Ein Affe! Hast Du schon einmal in den Spiegel geschaut? Hast Du? Dann wirst Du bemerken, dass Du von oben bis unten mit orangen Haaren ausgestattet bist!

FA: Du bist ja nur neidisch, weil Du keine Haare mehr hast!
HWP: Aber ich bin ein Mensch! Homo sapiens! Nicht Pongo abelii, so wie Du!
FA: Das gibt Dir aber keine Rechte über mich! Haare hin oder her!
HWP: Was möchtest Du denn für Rechte, bitteschön? Du hast doch alles, was sich ein Affe nur wünschen kann!

FA: Ach! Habe ich das? Meinst Du Bananen sind, tagaus und tagein, für mich einfach immer noch die Delikatesse Nummero Uno?
HWP: Was ist an Bananen auszusetzen?
FA: Wie wäre es denn, Du würdest die Bananen essen und ich Deine Sachertorte? Hm?

HWP: Saccharose ist für Deinen Organismus in keiner Weise gesund!
FA: Ach? Sagt der Mann, der täglich in meinem Käfig eine Packung Tschicks raucht?
HWP: Ach, willst Du auch noch rauchen, oder was?
FA: Nein! Ich bin doch kein Mensch!

HWP: Was soll das denn heißen? Ist Mensch jetzt schon ein Schimpfwort?
FA: Für uns Tiere schon!
HWP: Ach, darüber hast Du mit Deiner Familie gekichert, als sie an Weihnachten alle bei uns waren, oder?

FA: Mein Anwalt, auf jeden Fall …
HWI: Verzeihung, wenn ich unterbreche …
HWP: Was denn?
HWI: Frau Kiki, wenn ich Ihnen direkt eine Frage stellen dürfte …
FA: Aber natürlich! Willst Du wissen, ob ich nach „Am Dam Des“ schon etwas in meinem Terminkalender habe?
HWI: Äh. Wie bitte?
HWP: Ich kann es nicht fassen …

FA: Musst Du Dich auch noch in den kleinsten Flirt einmischen?
HWP: Ich kann nicht fassen, dass Du einen Anwalt hast!
FA: Na, ich musste etwas unternehmen, oder? Die Zustände zwischen uns grenzen ja an Tierquälerei!
HWP: Tierquälerei? Seit wann können denn das Tiere selber anzeigen?
FA: Mein Anwalt sagt, er regelt das!

HWP: Der will mich anzeigen? Was denn noch?
FA: Du musst den Tatsachen ins Auge blicken! Ich weiß schon, das könnt ihr Menschen schlecht. „Globale Erwärmung? Quatsch, es schneit doch!“ Aber es hilft nichts! Es ist so, wie es ist!
HWP: Wie ist es denn?

FA: Ich will die Scheidung!
HWP: Die Scheidung? Aber wir sind doch nicht verheiratet!
FA: Natürlich nicht! Dann hättest Du mir ja einen Antrag machen müssen! Aber dazu reicht Dein Spatzenhirn ja nicht! Also muss ich mit Dir in wilder Ehe …
HWP: Wild? Das ich nicht lache! Für ein Tier bist Du sehr orthodox, so viel kann ich Dir sagen!

FA: Das bedeutet aber nicht, dass nicht auch ich gewisse Rechte hätte, oder? Wenn Du jetzt stirbst, wer erbt dann Deine ganzen Sachen? Wer bekommt dann Witwenrente? Ich sicher nicht! Und das bloß, weil …
HWP: Weil Du ein Affe bist! Ein Affe! Erinnerst Du Dich? Orange Haare überall?
FA: Na und? Manche stehen auf orange Haare!
HWP: Ach, wer denn?

FA: Na, zum Beispiel der Mann von „Am Dam Des“! Schau mal, wie er mich die ganze Zeit anstarrt!
HWP: Das ist, weil Du ein Affe bist und hier ein Affentheater veranstaltest!
FA: Ich bin mir da nicht sicher! Was hast Du denn dazu zu sagen, Schnucki?
HWI: Ich?

HWP: Passen Sie bloß auf, was Sie jetzt sagen! Sonst müssen Sie auf einmal ein iPhone kaufen und ein MacBook Pro – das geht ganz schön ins Geld!
FA: Du stehst auf Körperbehaarung, oder?
HWI: Also. Ich habe da keine Vorlieben, also … aber ich finde, das überall Glattrasierte sehr, sehr klinisch. Das ist nicht so meines …

FA: Siehst Du, das habe ich doch gleich geahnt! Schon als Du, ganz am Anfang des Interviews so auf meine Brüste gestarrt hast!
HWP: Brüste? Wo hast Du denn Brüste?
FA: Jetzt halt deinen Mund! Bloß, weil ich nicht die gleiche Körbchengröße wie Du habe, bin ich immer noch eine Frau!
HWP: Ein Weibchen bist Du!

FA: Könntest Du jetzt vielleicht gehen? Ich habe mit den Wärtern ausgemacht, dass sie heute mit Dir die Seehundfütterung anschauen!
HWP: Echt? Die Seehunde? Das ist ja toll!
FA: Ja, geh‘ spielen, Kleiner!
HWP: Also! Bis dann! Servas! Auch an Sie, Herr Am Dam Des!
HWI: Zeit im Bild …

FA: So, Schnucki! Jetzt sind wir wieder ganz unter uns! Sag‘ mal, macht Dich das eigentlich an?
HWI: Wie bitte?
FA: Na, dieses (erotisch) „Am dam des, diese male press – diese male pumperness – am dam des!“
HWI: Wie bitte?

FAM: Der österreichische Rundfunk unterbricht die Unterbrechung seines laufenden Programms und setzt nun die Ausstrahlung seiner beliebten Kindersendung „Am Dam Des“ fort. Die gezeigten Entgleisungen bitten wir zu entschuldigen, liebe Kinder!


Ähnliche Geschichten:

  • Das Double Date
  • Eine normale Liebesgeschichte aus den Datingräumen der Welt, wo aus einem normalen Date schnell ein Double Date werden kann.


  • Das mit der Liebe
  • Conny und Peter haben beim Versteckspielen Zeit, endlich einmal über ein wichtiges Thema zu reden! Über das mit der Liebe halt!


  • Superheldenselbsthilfe
  • Auch Superhelden sind nur Menschen und brauchen Rat und Unterstützung, wenn sie ihre Superkräfte entdecken. Wir hören heute bei den „Anonymen Superhelden“ zu.