Cybersex



Wie haben sich alle Medien Mitte der Neunziger auf das Thema „Cybersex“ gestürzt. Ängstliche Feuilleton-Schreiber sahen schon wieder einmal das Ende jeglicher normaler zwischenmenschlicher Beziehung voraus.

Selbst Alfred Biolek präsentierte Pärchen, die ihre Körper indirekt übers Netz verdrahtet hatten. Gekommen ist es, wie meistens, aber anders. Wenn „Cybersex“ überlebt hat, dann in seiner modernen Form „Sexting“.

Unser Protagonist kennt aber weder Sexting, noch Cybersex, selbst Telefonsex ist ihm neu. Zum Glück gerät er an eine erfahrene Partnerin, die ihn an die Hand nimmt und ihm eine völlig unerwartete Erfahrung beschert!


Download der Sendung hier.
Musiktitel: „BBBB“ von jino et Ginette / CC BY 3.0
Musik im Abbinder: „Relaxing“ von Bensound / CC BY-NC-ND 3.0


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Die Geschichte zum Lesen

FA: (sexy) Hallooo?

HW: Hallo? Ist da RedCougar?

FA: Und Du bist Dieter_True_Man?

HW: Ja, ich bin der Dieter. Und Du bist wirklich RedCougar?

FA: Bin ich. Aber Du darfst mich auch Cougar nennen, Süßer!

HW: O.k. Cougar. Du darfst mich auch Cougar nennen… Nein, ich meine, Du darfst mich auch gerne Dieter nennen!

FA: In Ordnung. Schön, Deine Stimme in echt zu hören.

HW: Ja, gell? Geht mir auch so. Ich find’s auch gut, meine Stimme… Ich meine, Deine Stimme in echt zu hören!

FA: Die Mails, die wir uns geschrieben haben, waren so intensiv!

HW: Ja? Waren Sie?

FA: Ich bin jetzt noch ganz berauscht vom Rosenduft, den Deine letzte Mail verströmte!

HW: Ach. Hat sie? Das ist aber seltsam…

FA: Wieso?

HW: Meine Mails riechen nie nach etwas.

FA: Äh. Meine natürlich auch nicht. Das ist doch nur eine Metapher!

HW: Ah. Verstehe. Ein Bild!

FA: Als ich das Foto mit den roten Rosen gesehen habe, dass Du mir geschickt hast, da konnte ich sie förmlich riechen!

HW: Verstehe. Das werde ich meinem Nachbarn ausrichten.

FA: (irritiert) Was? Wieso Deinem Nachbarn?

HW: Das sind seine. Und da ist er ziemlich stolz drauf. Aber, wenn er die immer spritzt, bekomme ich Kopfschmerzen.

FA: Ach. Na, Du bist ja wildromantisch.

HW: Findest Du?

FA: Nein, das war ironisch. Hast Du denn wenigstens das Foto gemacht?

HW: Das hat mein Nachbar auf Instagram gepostet.

FA: Na, das wird ja immer leidenschaftlicher. Hattest Du schon einmal eine Online-Beziehung, Dieter?

HW: Online-Beziehung? Wie genau meinst Du das?

FA: Na, jemanden online kennengelernt. Und dann rumgeflirtet und geschäkert. Und dann telefoniert und am Telefon dann so…

HW: Ich habe auf Facebook 230 Freunde, auf Twitter folgen mir 12 und auf Instagram auch. Dann habe ich noch ein Blog auf tumblr, da poste ich immer Fotos von unseren D&D-Abenden. Da folgen mir 12.000 Leute, da bin ich am meisten unterwegs.

FA: Und D&D bedeutet?

HW: Dungeons & Dragons. Ist ein Pen-and-Paper-Rollenspiel. Ein echter Klassiker. Und wir bauen uns echt supertolle Dioramen. Aber nicht in echt, sondern in einem 3D-Programm. Das kann man dann nur als VR sehen, über’s Display vom Handy.

FA: (sarkastisch) Ach, erzähl mehr…

HW: Echt? Cool! Du bist die erste Frau, die das interessiert! Also, momentan haben wir nur selbstgebaute VR-Brillen. Google Cardboard, weiß nicht, ob Du das kennst. Aber, auf jeden Fall, die Dioramen sind animiert! Das ist so cool, das macht der Pit. Der ist arbeitslos und macht fast nichts anderes. Wir glauben, das ist die Zukunft des Rollenspiels. Nächstes Jahr gehen wir online, und dann sind wir gemachte Männer!

FA: (sarkastisch) Wauuuu! (sexy) Du verstehst es wirklich, eine Frau… abzutörnen!

HW: Echt? Na ja, auf jeden Fall poste ich das alles auf Tumblr, weil ich ja der Dungeon Master bin.

FA: Der Kerkermeister?

HW: Wenn man das so übersetzen will…

FA: Da kommen wir der Sache vielleicht doch wieder ein bisschen näher! Sag‘ mal, gibt es in Deinem P&P…

HW: D&D

FA: D&D, meinetwegen. Gibt es da auch Frauen?

HW: Also, in unserer Spielergruppe jetzt nicht so direkt. Auch wenn der Pit mal eine Halb-Elfin gespielt hat. Zauberin-Rangerin, chaotisch neutral. Aber die ist vergiftet worden.

FA: Ich verstehe. Sag‘ mal, Dieter, eine persönliche Frage…

HW: Ja.

FA: Jetzt, wo wir uns ein bisschen besser kennen: Du hast noch nie Cybersex oder Telefonsex gemacht, oder?

HW: Äh. Nein. Um ehrlich zu sein: Nein.

FA: Kein Problem. Ich schätze das sehr, wenn Männer ehrlich sind und nicht immer so tun, als würden Sie alles wissen.

HW: Das ist gut. Und Du? Hast Du viel Erfahrung mit solchen Sachen?

FA: Ich? Na ja, ein bisschen.

HW: O.k. Du klingst so erfahren.

FA: Wirklich? Na ja, ich geb‘ zu: Ich mach‘ das schon seit ein paar Jahren.

HW: Ach so. Seit ein paar Jahren.

FA: Ja. Seitdem das alles halt so überhaupt anfing mit Cybersex. Angefangen habe ich auf Compuserve, AOL war nicht so meines.

HW: Compuserve?

FA: Kennst Du nicht?

HW: Nie gehört.

FA: Na ja, ist auch schon ein bisschen her, zugegeben. War vor dem Internet…

HW: Also machst Du das schon lange?

FA: Willst Du damit sagen, ich bin Dir zu alt, Dieter?

HW: Nein, nein! Das wollte ich nicht sagen!

FA: Hast Du ein Problem damit, wenn Deine Sex-Partnerin reif ist und erfahren, Dieter?

HW: Nein, überhaupt nicht! Da hab‘ ich keine Vorteile!

FA: Wie bitte?

HW: Keine Vorurteile, meine ich!

FA: Das ist gut. Das gefällt mir auch. Ehrlich und offen, das sind ja gleich zwei gute Eigenschaften. Das könnte ein schöner Abend werden für uns zwei, Dieter!

HW: Könnte es? Prima. Du, eine Frage…

FA: Ich bin ganz Ohr, Dieter. Ich mag das, wenn Du mir Fragen stellst! Nur keine Hemmungen! Wir können über alles reden!

HW: Wie bist Du denn zu diesem Cybersex-Ding gekommen?

FA: Hm. Weißt Du, Dieter, auch wir Frauen haben Bedürfnisse. Verstehst Du das?

HW: Klar. Normal ist das.

FA: Genau. Das ist normal. Auch wir Frauen haben Sex gerne. Verstehst Du das?

HW: Klar. So soll das auch sein. Oder?

FA: So soll das sein, Dieter. Und wir Frauen haben auch Spaß am Sex. Am Verführen und am Verführt-Werden. Verstehst Du das auch, Dieter?

HW: Sicher. Sicher, so ist das!

FA: Na ja. So ist das aber nicht immer. In meinem Fall…

HW: Was war in Deinem Fall?

FA: O.k. Ich bin ganz ehrlich zu Dir, Süßer. Ich habe schon mit 20 ein Kind bekommen. Hast Du Kinder, Dieter?

HW: Nein, ich habe keine Kinder. Ich bin aber schon 32.

FA: Na ja, ich kann Dir sagen: Lass es sein! So ein Kind kann echt eine Heidenarbeit sein. Besonders, wenn es sensibel ist und ständig Deine Aufmerksamkeit braucht.

HW: Verstehe. Solche Kinder gibt es.

FA: Na ja, meiner war so eine richtige Heulsuse. Ständig musste ich mich um den kümmern. Der hatte Probleme mit anderen zu spielen, der weinte das erste Kindergartenjahr durch – auf jeden Fall war an ein Berufsleben nicht zu denken. Verstehst Du das, Süßer?

HW: Klar. Versteh‘ ich. Kann ich mir gut vorstellen.

FA: Na ja, und wie bei vielen Frauen in der Vorstadt: Der Mann macht dann die Karriere und ist ständig unterwegs und wenn er ‚mal da ist, dann läuft auch nichts, weil er völlig fertig ist.

HW: O.k.

FA: Und bei meinem Mann kam noch dazu, dass er immer fetter wurde und gefressen und gesoffen hat wie zwei normale Männer. Das fand ich irgendwann auch richtig eklig und bei uns lief überhaupt nichts mehr im Bett.

HW: Klar. Kann ich mir vorstellen. War nicht erotisch!

FA: Genau! So ist es, Dieter! Ein Frauenversteher bist Du auch! Mein Gott, ich bin ja jetzt schon so erregt!

HW: Wie? Äh, und Deine Geschichte?

FA: Ach so. Na gut. Du siehst jetzt also meine Situation. Ich hatte dann, als mein Sohn endlich in der Schule war also die Wahl zu viel zu trinken, wie viele andere Hausfrauen oder etwas anderes zu machen.

HW: Ach, trinken Hausfrauen viel?

FA: Wie bitte? Wie die Maurer! Morgens mit Rita ein Prosecco zum Brunch, oder zwei. Mittags ein Glas Weißwein mit der Tine, während man so tut, als ob ein Salat tatsächlich eine Mahlzeit wäre. Dann ein Amaretto zum Kaffee und abends gerne mal ein guter Rotwein. Oder zwei oder drei. Man gönnt sich ja als Hausfrau sonst nichts!

HW: Ach. So ist das?

FA: So ist das. Aber das wollte ich nicht. Und, ich habe es Dir ja schon erklärt. Eine Frau hat auch Bedürfnisse!

HW: Klar, hast Du erklärt. Prosecco, Weißwein…

FA: Nein! Ich meine sexuelle Bedürfnisse!

HW: Ach so.

FA: Na ja, und man kann ja nicht mit der Nachbarin ‚was anfangen. Kann man natürlich schon. Hab‘ ich auch probiert, das war auch ganz schön, aber wenn es dann ‚mal Ärger gibt… Dann wird das unschön!

HW: O.k.

FA: Und Nachbarn, also männliche, gab es ja nicht. Die waren ja alle tagsüber nicht da! Was soll eine Frau also machen, Dieter?

HW: Fragst Du mich?

FA: Ja, was soll eine Frau also machen?

HW: Ich weiß nicht, was eine Frau machen SOLL…

FA: Da liege ich also, in meinem Negligee alleine auf dem Bett und niemand ist da, um mit mir zu spielen. Das ist doch furchtbar traurig! Oder?

HW: Das kann ich mir schon sehr traurig vorstellen.

FA: Und der eigene Mann ist ein fetter Säufer und duscht sich nicht und stößt einen nur ab!

HW: Ja, das ist schon traurig!

FA: Und dann habe ich Cybersex entdeckt!

HW: Aha.

FA: Ja, man begegnet im Netz allen möglichen Menschen. Und weil man anonym ist, kann man sich auch schneller viel näher kommen. Man kann sich da alle möglichen Geheimnisse erzählen, ohne gleich aufzufliegen. Verstehst Du das, Dieter?

HW: Na klar! Das kenne ich auch!

FA: Genau! So wie in unseren Emails! Die waren doch wunderschön, oder?

HW: Ja. Das hat mir schon Spaß gemacht!

FA: Sonst hättest Du ja auch nicht telefonieren wollen! Das fand ich sehr mutig von Dir!

HW: Ist das mutig?

FA: Aber natürlich! Telefon ist doch ‚was ganz anderes, als einfach in eine Chatbox zu tippen!

HW: Ist es das?

FA: Natürlich! Eine Stimme zu hören ist viel persönlicher! Und viel heißer! Gefällt Dir meine Stimme, Dieter?

HW: Ja, ich finde Deine Stimme sehr angenehm. Als ob sie mir sehr vertraut wäre.

FA: Ach? Als ob wir uns schon lange kennen würden?

HW: Genau! Das finde ich angenehm!

FA: (supersexy) Und findest Du meine Stimme auch sexy?

HW: Weiß nicht. Könntest Du ‚mal was sagen, was sexy ist?

FA: (irritiert) Wie bitte?

HW: (deutlicher) Könntest Du ‚mal was sagen…

FA: (sachlich) Nein! Ich hab‘ Dich akustisch schon verstanden! Du findest also, dass meine Stimme nicht sexy ist?

HW: Wie bitte? Aber das hab‘ ich doch gar nicht gesagt!

FA: (trocken) Ich sülze hier die ganze Zeit rum, als wäre ich rallig wie eine Katze, aber für Dich soll ich jetzt noch einmal etwas sagen, was sexy ist? Was findest Du denn sexy? Hm?

HW: Äh…

FA: Wie wäre es denn mit: (sexy) Pömpel!

HW: Pömpel? Was ist denn ein Pömpel?

FA: Das ist so ein Gummi-Stempel-Ding mit dem man ein verstopftes Klo wieder frei kriegt!

HW: Ach so. Aber das ist doch nicht sexy?

FA: Natürlich ist das nicht sexy, Du Nasenbär! Verstehst Du nicht? Es kommt nicht darauf an, was für Wörter man sagt, sondern wie! Pass auf: (roboterhaft) Oh. Ich. Komme. Gleich. Du. Hengst. Gebe. Es. Mir. Du. Wilder. Mann.

HW: Hm.

FA: Und? War das sexy?

HW: Nein.

FA: Aha! Da wären wir der Sache schon ein bisschen näher! Also, noch einmal, weil Du ja noch etwas grün hinter den Ohren bist: Wir telefonieren miteinander und tun, als ob wir so richtig dolle verliebt sind, ok?

HW: O.k.

FA: Weißt Du, wie das ist? So richtig toll verliebt sein?

HW: Ja, das weiß ich schon!

FA: Das ist doch ein Anfang. In wen warst Du denn verliebt?

HW: Das erste Mal…

FA: Ja, das erste Mal, das ist gut! Das ist bei den meisten Männern sowieso die Liebe des Lebens!

HW: Ach, wirklich?

FA: Klar.

HW: In meine Lehrerin.

FA: Oh. Hoppla.

HW: (es bricht aus) In die Frau Arndt aus der dritten und vierten Klasse. Weil, die war immer sehr geduldig mit mir und hat mich immer so lieb angelächelt. Meine Mutter hat mich nie angelächelt. Die war immer nur genervt, wenn ich ‚was von ihr wollte. Und hat sich immer in ihr Zimmer eingesperrt und ich musste mit meinen Fragen warten, bis sie wieder aus ihrem Zimmer kam! Und das konnte manchmal Stunden dauern. Einmal, da war unser Wasser alle und ich hatte furchtbaren Durst, aber ich musste warten, bis ich fragen durfte, ob ich mir Geld nehmen darf und uns ein neues Wasser beim Lidl kaufen darf. Aber die Frau Arndt, wenn ich ‚was von der wollte, dann musste ich nie warten. Dann konnte ich die immer fragen. Und die hat mich dann lieb angeschaut und meine Frage beantwortet. Und einmal, da musste ich weinen, weil mich jemand auf dem Pausenhof gehauen hatte, da hat sie mir ganz lieb über den Kopf gestrichen. Und hat nicht gesagt: „Was hast Du denn wieder angestellt!“, sondern sie hat gesagt: „Oh, du Armer! Tut es denn noch weh?“ Das war sehr schön!

FA: Hoppala.

HW: Das habe ich noch niemandem erzählt.

FA: Das kann ich mir vorstellen. Aber… Sooo hatte ich das mit den Geheimnissen gar nicht gemeint, Dieter.

HW: Ach.

FA: Und mit dem Verliebt-Sein auch nicht unbedingt. Hast Du Dich denn noch in andere Frauen verliebt?

HW: In sieben.

FA: Das kam ja wie aus der Pistole geschossen!

HW: Ja. Ich denke da viel drüber nach.

FA: Verstehe. Und, bei welcher Frau hattest Du denn zum ersten Mal das Bedürfnis, mit ihr intim zu werden?

HW: Das war die Monika. Die kam in der achten in unsere Klasse, aber ging nach einem halben Jahr wieder. Ihr Vater war ein Diplomat, darum ist sie sehr oft umgezogen.

FA: Verstehe. Und mit der hättest Du wohl gerne…

HW: Ja. Das habe ich mir immer vorgestellt, wenn ich alleine…

FA: Ist schon gut. Ich weiß genau, was Du meinst! Und, verstehst Du, genauso ist Telefon-Sex auch! Bloß, dass wir unserer Phantasie gegenseitig helfen, verstehst Du?

HW: Nicht ganz.

FA: Na ja, es ist so, wie Du Dir früher die Monika vorgestellt hast in Deiner Phantasie, bloß, dass ich Dir bei Deiner Phantasie helfe! Und Du mir bei meiner! Verstehst Du?

HW: Ich glaube schon.

FA: (sexy) Gut, dann stell‘ Dir einfach vor, ich wäre die Monika. Einverstanden?

HW: O.k.

FA: Kannst Du das?

HW: Du hast mir nie meinen Ratzefummel zurückgegeben!

FA: Wie bitte!

HW: Den Ratzefummel, der aussah wie das Auto von Magnum! Den hast Du Dir ausgeliehen, aber…

FA: Halt! Dieter! Hör auf! Du musst doch nicht gleich wieder ein Achtklässler werden!

HW: Sorry. Das kommt wahrscheinlich vom Rollenspielen!

FA: Wie?

HW: Na, vom Dungeons & Dragons! Da spielen wir ja auch andere Rollen, darum geht das bei mir total schnell!

FA: Das Rollenspiel! Natürlich! Das ist ja ein Anfang! Gab es denn in Deinem Rollenspiel jemanden, den Du total sexy fandest?

HW: Na ja, da war diese eine Elfin, die wir in Tu’Aleeg kennengelernt haben. Die war verdammt hübsch und auch tapfer.

FA: Prima! Wie hieß die denn?

HW: Arwandehl.

FA: Sehr gut, sehr gut! Damit kann ich arbeiten! Nun. Jetzt stelle Dir vor, ich bin Arwandehl! (sexy) Ich liege hier, nur mit einem Tuch aus Seide bekleidet in einer Kammer, die ich in einer kleinen Taverne gemietet habe. Und ich und warte auf Dich. Mein Blick fällt aus dem Fenster, während ich langsam schon ungeduldig werde…

HW: O.k. Kann ich mir vorstellen.

FA: Ich lege mich ins Bett, auf den Rücken. Und während meine Hände an meinem Körper hinab gleiten, fällt mein Blick auf ein Bild an der Wand. Man sieht auf dem Bild den Mond auf einen verschneiten Wald scheinen. Und auf dem Bild ist ein mächtiger Hirsch zu sehen und seine elegante Hirschkuh. Das erregt mich und ich sehe uns…

HW: Ha! Das ist ja lustig!

FA: (sachlich) Was ist denn daran bitteschön lustig?

HW: Röhrt der Hirsch den Mond an?

FA: Ja! Na und? Das machen Hirsche!

HW: Ist ja lustig! Und sieht man im Hintergrund eine rote Hütte?

FA: Ja. Können wir weitermachen?

HW: Und steht vor der Hütte ein Schlitten?

FA: Ja!

HW: Das ist ja wirklich zu lustig! Genauso ein Bild hat meine Mutter auch im Schlafzimmer hängen! Ist das nicht lustig?

(Lange Pause)

HW: Hallo? Arwandehl? Bist Du noch da?

(Pause)

HW: Cougar? Hörst Du mich?

(Pause)

FA: Peter?

HW: Wie bitte?

FA: Mein Gott, mir wird, glaub‘ ich schlecht…

HW: Woher weißt Du, dass ich Peter heiße?

FA: Warum sagst Du denn, dass Du Dieter heißt, Du Hohlkopf?

HW: Pseudonym! Du wurdest ja auch nicht Cougar getauft, oder?

FA: Ich glaub, ich muss auflegen, ich glaub, ich muss erst einmal duschen!

HW: Wie bitte? Aber… warum denn? Hattest Du ein Malheur?

FA: Ich? Ein Malheur? Ja, eines gibt’s da schon. Ist aber 32 Jahre her! Aber das jetzt, das war auch nicht schlecht. Ist in den Top Ten!

HW: Wieso? Was ist denn passiert, Cougar?

FA: Peter, Du musst jetzt ganz stark sein!

HW: Warum?

FA: Ich bin’s! Mutti!

HW: Ach, Du heilige Scheiße!