Clown Town



Wann sind eigentlich Clowns so schrecklich gruselig geworden? In unserer Jugend dachte McDonalds zumindest noch, dass dieser komische Clown mit Namen Ronald uns irgendwie zum Burger-Kauen überreden könnte.

Aber dann ist irgend etwas in unserer Kultur passiert. Selbst im Zirkus trauen sich die Künstler nicht mehr so richtig, sich zu arg als Clowns zu verkleiden, damit die armen Kleinen nicht während der Vorstellung das Heulen beginnen.

Unserer Heldin heute scheint es irgendwie ähnlich zu ergehen. Könnte man auf jeden Fall meinen, wenn man sich die heutige Albtraum-Geschichte anhört. Grusel am Morgen!


Download der Sendung hier.
Notebook-Musik: „Darknezz“ von Dark Helmetz / CC BY-NC-SA 3.0
Background-Musik: „Circus of Dread“ von Robert Austin
Spieluhr: „Creepy Music Box“ von Shane Keen
Musiktitel: „Clowns with Crowns“ von Hörstreich / CC BY-SA 3.0


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Skript zur Sendung

Na, toll! Findet ihr das eine tolle Musik zum Aufwachen? So als erstes Stück des Tages? So mit der Wahrscheinlichkeit, dass euch das den ganzen Tag im Ohr bleiben wird? Sich in euren Gehörgang bohrt wie eine Made in eine Pflaume?

Nee, oder? Furchtbar, oder? Geht gar nicht!

Gut, dass ihr das auch findet. Denn ich finde das auch grottig! Man kann über meinen lieben Mann sagen, was man will, aber er hat einfach den seltsamsten Musikgeschmack der Welt! Ich kann gar nicht genau sagen, was für ein Geschmack das ist, aber wichtig ist irgendwie nur, dass es allen gängigen Hör-Regeln widerspricht.

Typisch, dass er so ein Stück zum Aufstehen spielt! Wir haben die Angewohnheit, uns am morgen ein bisschen Musik aufzulegen, weil wir beide nicht so gerne reden. Also, bevor halt der erste Kaffee wirkt und die Hirnwindungen vom Morast der Nacht freispült.

Ich habe also irgendwie ein bisschen verpennt, folgere ich messerscharf. Und weil ich wirklich noch sehr träge bin und nicht die Energie habe, aufzuspringen… Werner, der macht das so! Könnt ihr euch das vorstellen? Der Wecker klingelt morgens. Einmal. Dann haut er dem Wecker schon auf den Dez und springt aus dem Bett. Buchstäblich! Und… mit aber was für einem Schwung!

Das ist doch unmenschlich! Dabei ist er genauso groggy wie ich. Steht genauso ungern auf wie ich. „Ihm ist das Aufstehen unangenehm“. Und darum versucht er es, so schnell zu erledigen, wie es geht. Seine Logik.

Ich aber klebe noch an den Bettdecken wie Brezelteig. Und statt aufzuspringen, lasse ich mich aus dem Bett fließen und krabbele auf allen vieren zum Tischlein. Auf dem Tischlein steht das Notebook und das Notebook spielt diese schreckliche Musik!

Ich hämmere also blind auf den Tasten rum, die Brille liegt noch auf dem Nachttischchen hinter mir und versuche, den Lärm auszumachen. Aber meine Finger sind in ihrer Brezen-Teigigkeit nicht zu gebrauchen. Weswegen das Notebook mit dem kleinen, blöden, dreibeinigen Tisch umkippt und wahrscheinlich kaputt geht.

Das schließe ich daraus, dass erstens die Musik aufhört zu spielen und zweitens so kleine blaue Blitzchen aus den Zwischenräumen der Tastatur blitzen. Und soviel weiß mein Hirn auch ohne Kaffee: Normal ist DAS nicht!

So fängt also der Tag an. Ich habe ja nicht übel Lust, einfach hier, gleich an Ort und Stelle liegenzubleiben und neben der Leiche des Rechners noch ein bisschen weiter zu schlummern.

Aber stattdessen stehe ich auf. Ist nämlich zu kalt und zu ungemütlich. Ich bin echt ärgerlich. Wenn ich ganz ehrlich bin, dann gebe ich dem Notebook die Schuld, dass es nun kaputt ist! Hätte es nicht diese Kackmusik gespielt! Und hätte es sich nicht auf den blöden Tisch gelegt! Und wäre es nicht so verdammt zerbrechlich!

Sofort krieg‘ ich ein schlechtes Gewissen, weil ich auf das tote Notebook böse bin! So funktioniert mein Gehirn vor der Injektion von Koffein – nämlich gar nicht! Ich stelle mir vor, dass mein Hirn so eine Rose von Jericho ist. So total verschrumpelt und vertrocknet am Morgen. Ich wette, wenn ich den Kopf schütteln würde, dann würde es deutlich rascheln.

Und dann gibt man – gaaanz vorsichtig – Kaffee drauf und schon beginnt sich mein Jerichohirn zu entfalten und zu grünen. Als wäre es das Normalste von der Welt!

Na ja, egal. So fängt auf jeden Fall der Tag an. Und das ist natürlich auch nicht die Geschichte, die ich euch erzählen will. Aber es ist halt ein beschissener Anfang für einen beschissenen Tag! Könnt ihr euch schon einmal merken. Und ich verspreche euch: Besser wird’s nicht!

Auf jeden Fall habe ich mich dann doch noch zur Kaffeemaschine geschleppt, Martin war schon weg. Kein Wunder, es war ja auch schon eher Nachmittag als Morgen. Keine Ahnung, wie lange das blöde Notebook da vor sich hingedudelt hatte, bevor es sich zum Freitod entschloss und vom Tischchen sprang.

Mir fiel dann ein, dass Martin heut‘ überhaupt nicht mehr kommen würde. Und die Jericho-Rose in meinem Schädel schwankte zwischen Entspannt-Aufatmen und einem kleinen, stechenden Gefühlchen von Einsamkeit.

Ich entschloss mich zum Entspannt-Aufatmen. Und atmete entspannt auf. Heute könnte ich also tun, was ich wollte! Das ist doch auch ‚mal toll! Heute mache ich also etwas, das ich schon immer machen wollte! Etwas, das ich nie mit Martin mache, obwohl ich es gerne mache.

Keine Ahnung, wie lange ich dann über die Frage meditiert habe, was das denn, bitteschön, wäre. Aber als ich mich angezogen hatte und zum Auto ging, wurde es schon langsam dunkel. Ich hatte mich dazu aufgerafft, ins Kino zu gehen!

Klingt jetzt für euch wahrscheinlich nicht aufregend, oder? „Ins Kino? Dir fällt nichts Besseres ein? OMG – Wir gehen jeden Tag ins Kino! Manchmal sogar zweimal!“ Ja, ja, schon gut. Wir gehen nicht ins Kino. Wenn wir zu zweit einen Film ankucken wollen auf Netflix oder Amazon, dann kalkulieren wir 90 Minuten für den Film und 190 Minuten für die Diskussion, WAS wir denn gemeinsam kucken wollen!

Beide Planungszeiträume sind natürlich zu knapp kalkuliert, weswegen Martin die zweite Hälfte von jedem Film nicht mitbekommt. „Hast Du ‚The Martian‘ gesehen, Martin?“ – „Ja, aber nur bis die Kartoffeln zu sprießen anfangen!“

Ich frage euch: Kann man so leben? Ist das eine würdige menschliche Existenz?

Während ich mich ins Auto setze, frage ich mich kurz: Seit wann haben wir eigentlich einen schwarzen Chevy Impala? Ihr wisst schon: Das Auto, das Sam und Dean fahren in „Supernatural“. Kennt ihr die? Schon! Da seht ihr’s? Noch ein Beispiel! Martin kennt „Supernatural“ natürlich nicht! Der weiß nicht einmal, was ein muscle car überhaupt ist!

Aber nachdem der Schlüssel passt, denke ich mir nichts weiter und fahre im Auto der Winchesters in die Stadt. Auf dem Highway. Denn aus irgendeinem Grund hatte ich wohl bisher die Tatsache verdrängt, dass wir in den Staaten wohnen. Wahrscheinlich habe ich so tief gepennt, dass Martin einfach mit mir umgezogen ist, stelle ich mir vor.

Hat mich einfach im Bett zusammengerollt, eine Umzugsdecke drum und in einen Karton gepackt. Danach mit quietschigem Edding obendrauf noch geschrieben: „Lebenspartnerin. Nicht stürzen! Muss sonst pupsen!“

Und hier in Detroit hat er mich dann wieder ausgepackt und sorgfältig ins Bett gelegt. Denn ich weiß auf einmal, dass wir in Detroit leben. Warum auch immer. Martin macht H.R. bei einer großen Autofirma und ich bin Webdesignerin. Vielleicht arbeiten wir jetzt bei General Motors?

Während ich also in die Stadt tuckere, bin ich nicht mehr groß irritiert. Wohn‘ ich halt in Detroit! Who cares? Eine Stadt ist wie die andere, und die USA haben auch Vorteile. Zum Beispiel gibt es da im Kino so riesengroße Buckets of Popcorn!

Und der Gedanke an Popcorn treibt mich jetzt noch mehr ins Kino. Ich werde einen Sci-Fi-Schinken ankucken, der angeblich sehr, sehr lustig sein soll. So eine Mischung aus „Per Anhalter durch die Galaxis“ und „Spaceballs“.

Obwohl ich Spaceballs gar nicht mag… Lord Helmchen? Nee, vielen Dank!

Im Kino angekommen entscheide ich mich also, ohne eine Sekunde nachzudenken, für einen Bucket of Popcorn! Und der ist riesig! So riesig, dass die da einen Henkel drangemacht haben, damit man das zum Platz schleppen kann! Und ihr wisst, dass Popcorn nichts wiegt…

Am Sitz im Kino gibt es dann einen riesigen Stahlreifen, in den man dann den Eimer hebt. Mit beiden Armen kann ich den Bucket nicht umfassen, aber ich schaffe es, ihn da reinzuheben. Tja, „The Forgotten Wonder Woman of the Nineties“ – meine Superhelden-Identität!

Als ich mich erschöpft in den Sessel werfe, bin ich voller Vorfreude. Wie als kleines Mädchen, dass zum ersten Mal im Kino ist! Und mein letzter Kinobesuch ist ja auch wirklich schon Jahre her! Also freue ich mich wie die Schneekönigin und werfe mir das erste Popcörnchen ein!

Boah! Schmeckt das schrecklich! Das hat so einen intensiven Zimtgeschmack, so eine Mischung aus klebig süß und fies bitter, dass ich sofort einen stechenden Kopfschmerz bekomme! So ein pulsieren, als ob jemand meinem Jericho-Rosen-Gehirn ein Ästchen gewaltsam abreißt.

Ich bin ja auch bescheuert! Wirklich! So macht man das ja auch nicht! Da hat man die Chance im Land des Kino-Popcorns im Kino Popcorn zu kaufen – und was mach‘ ich? Ich nehme nicht salty oder sweet oder double butter? Nein, ich versaue mit den Abend und bestelle „Mumbai Flavor“!

Der Rest des Films läuft dann so: Kopfschmerzen. Film kucken. Film doof finden. Noch einmal denken: „Das kann ja nicht vom Popcorn kommen“ – Kopfschmerzen, Film kucken – wash, rinse, repeat.

Der Film hat sich als Action-Shit entpuppt. Der Humor ist so brachial, wie ein Vorschlaghammer. Der Held mit den Muckis trennt dem Bösewicht am Abgrund am Schluss mit seinem Laser die Arme ab. Worauf der in die Schlucht stürzt. Nimmt der Held die Arme, wirft sie hinterher und sagt: „Hier, damit Du mir zum Abschied winken kannst!“

Und das Publikum im Kino lacht sich echt kaputt! Diese Leute liegen am Boden und sie heulen Rotz und Wasser vor lauter Lachen. Ist wie eine tödliche Lachepidemie! Ausgelöst durch einen Gag, wie ihn ein Kaktus im Koma noch besser hätte formulieren können!

Ich schleiche mich also an den Lachsäcken am Boden aus dem Kino. Nur um festzustellen, dass mein schöner Sam-und-Dean-Winchester-Impala abgeschleppt wurde. Schade, sehr schade. Hoffentlich nehmen mir das die Jungs nicht übel!

Muss ich also zu Fuß nach Hause gehen. Kein Problem, es ist ein lauschiger Abend. Und ich habe eh‘ keine Ahnung, wie weit weg wir wohnen. Aber während ich darüber meditiere, kann ich ja schon einmal losgehen, denke ich mir.

Also stapfe ich durch die Stadt, bis ich so eine komische kleine Melodie höre. Und im gleichen Moment sehe ich an der Straßenecke gegenüber eine sehr seltsame Figur. Direkt unter der Laterne. Die steht da und bewegt sich wie so eine Animatronics-Figur. So eckig. Wie ein absoluter Anfänger im robot dance.

Und sie hat ein glitzerndes Kostüm an. So mit ganz, ganz vielen Pailetten. Zirkusmäßig. Und Slipper und so einen komischen, konisch geformten Hut. Da, direkt gegenüber von mir ist doch echt so ein fucking Weissclown aus dem Zirkus und macht irgendeinen Pantomime-Scheiß!

Ein Weissclown! Ich hasse die Weissclowns! Die Erwachsenen unter den Clowns! Die Besserwisser! Die Erzieher! Die Ernsten! Und deren Zombie-Bruder hasse ich auch! Der Pierrot! Gerne mit einer Träne im Auge. Nachts, den Mond anweinend!

Beides für mich ganz persönliche Brechmittel! Sozusagen Clown mit „Mumbay Flavor“!

Ich stehe da also, wie gelähmt. Und ich denke mir: „Verdammt! Du bist zu weit nach Süden gelatscht! Und aus Versehen nach Clown Town geraten!“

Ja, ihr lacht. Aber bis vor ein Stunden wusste ich ja noch nicht einmal, dass ich in Detroit wohne. Da kann einem schon einmal entfallen, dass jede amerikanische Stadt ein Viertel hat für Clowns. Bin halt eine Anfängerin.

Auf jeden Fall biege ich also ab, um nicht an dem blöden Weissclown vorbei zu müssen. Und um vielleicht wieder aus Clown Town raus zu kommen. Ich gehe also die kleine Straße durch, bis ich wieder auf eine Avenue komme, wo es endlich auch wieder Straßenlaternen gibt.

Da ist auch ein Park und an dem gehe ich lang, bis ich wieder diese Melodie höre. Und da ist auch wieder dieser Weissclown! Und winkt mir auch noch zu. Mit seinen eckigen, seltsamen Breakdance-Bewegungen. Hält der wahrscheinlich für cool! Aber es wirkt, als würde er nur so tun! So als müsste er das Mensch-Sein spielen! Weil er in Wirklichkeit ein Alien ist, oder so…

Ein Tarn-Winken. Extra für mich. Und dann kuckt er mich mit seinen komischen Augen an. Die sind total seltsam. Nicht so normal geformt, so wie Mandeln, sondern kreisrund. Und die Augäpfel sind so richtige Halbkugeln, die sich aus dem Kopf wölben. Weiße Halbkugeln, wie Ping-Pong-Bälle, nur größer. Und in der Mitte ist ein einzelner, schwarzer Punkt. Als hätte ihn da jemand mit Filzstift hingemalt.

So, so glotzt er mich an. Und lächelt immer breiter und breiter. Und dann nickt er einmal zu dem Busch, genau zu dem Busch neben mir! Und hoppla-hopp, aus dem Busch kugelt etwas raus. Ein großer quietschebunter Ball. Genau vor meine Füße. Und als der bunte Ball liegen bleibt…

…und puff!

Springt da auf einmal ein Clown hervor! Weiße Maske, riesiger roter Mund, Wuschelperücke, Handschuhe, knallebunt gekleidet. Und er verbeugt sich vor mir. Will der jetzt Applaus dafür, dass er mich halbwegs zu Tode erschreckt hat, oder was?

Ich habe langsam echt die Panik. Und ich renne runter vom Bürgersteig und auf die Straße. Irgendwann wird schon einmal ein Auto kommen und mich mitnehmen können! Ich laufe also mitten auf der Straße. Ich renne nicht, damit die Scheiß-Clowns nicht merken, dass ich so Angst habe.

Aber ich gehe echt ziemlich zügig. Weil ich ja eigentlich rennen wollen würde. Und beim Gehen kucke ich mich immer um. Ob da nicht irgendwo noch ein anderer, lebender Mensch ist. Oder eben ein Auto, dass mich hier raus bringen kann, aus Scheiß-Clown-Town!

Wie ich so laufe, höre ich hinter mir immer wieder dieses Puff! Dieses Geräusch, dass es macht, wenn sich so eine Wäschekugel in einen ausgewachsenen Clown verwandelt!

Wahrscheinlich ist der Scheiß-Weissclown dabei in einer Tour neue Clowns herauf zu beschwören! Damit die mich einkreisen können!

Um… Um… Irgendetwas Böses zu tun. Sicher nicht ‚was, wo ich dabei lache vor Vergnügen. Eher schreie vor Angst!

Ich drehe mich also um, um wenigstens zu sehen, wie viele Clowns mir da auf den Fersen sind. Und es sind viele! Sieben Stück vielleicht? Alle verschieden, aber alle grellbunt. Und sie lächeln so irre und sie strecken die Arme aus, als wollten sie mich alle zu Tode umarmen mit ihrer Scheiß guten Laune!

Als ich mich wieder umdrehe und nach vorne kucken will, da steht genau vor mir der blöde Weissclown! Unsere Nasen berühren sich fast! Und seine Augen sind tatsächlich riesengroß und aus Plastik.

Und er lächelt und breitet seine Arme aus. Und er öffnet seinen riesigen Mund. Und er hat ganz, ganz viele, viele kleine Zähne. Hunderte von Zähnen. Und alle ganz spitz. Eine ganze Fresse voller fieser Dornen!

Ich gebe dem Weissclown einen mächtigen Schubser und beginne die Straße runter zu rennen. Mir doch scheißegal, was sich die Monsterclowns dabei denken! Hauptsache, ich komme weg!

Aber so sehr ich es auch versuche, ich kann nicht richtig rennen! Denn die Straße wird immer weicher und weicher. So wie Gummi. Und bei jedem Schritt wird mein Fuß wieder so hoch gebouncet, dass ich fast hintenüber kippe! Und immer weicher wird die Straße!

An Rennen ist überhaupt nicht mehr zu denken. Also beschließe ich auf allen Vieren die Straße runter zu krabbeln! Denn die sieben grellen Clowns kommen mir schon gefährlich nahe und ich muss irgendwie vorwärts kommen, von denen weg! Nur weg!

Und als ich wieder nach vorne kucke, steht am Straßenrand dieser Scheiß-Weissclown! Mit seinen Plastikaugen und seinen Dornenzähnen! Und winkt mir vom Straßenrand zu. Ganz langsam winkt er und ich höre auf einmal auch sein komisches Lachen!

Hatte ich gar nicht gemerkt, wie riesengroß der ist. Mindestens drei Meter! Und ich krabbele und schwitze wie eine Bekloppte und atme wie am Ersticken.

Die Grellclowns kommen immer näher, aber der Weissclown hat irgendwas mit der Luft gemacht. Die wird immer dichter und dichter, die Luft, ich muss wie eine Irre atmen, um überhaupt noch Sauerstoff zu erwischen….

Aber ich muss hier weg! Ich muss weg! Die Clowns dürfen mich nicht erwischen! Die Scheiß-Clowns! Und die Luft ist mittlerweile so dick, sie ist fast wie Wasser, ich weiß nicht, was ich tun soll! Ich halte die Luft an und beginne zu schwimmen, statt zu krabbeln! Bloß, dass ich wegkomme!

Und wie ich da durch die Straße tauche, da sehe ich vor mir… Direkt vor mir…

Martin! Der schnarcht neben mir im Bett. Ich bin aufgewacht. Schweißgebadet. Der schlimmste Albtraums meines Lebens. Es sollte noch verdammt lange dauern, bis ich wieder daheim in Berlin angekommen war. So geistig, meine ich.

Ich war etwas enttäuscht, als vor der Garage nur ein Smart stand und nicht das Auto von den Winchesters. Aber ansonsten war ich sehr froh, dass ich nicht mehr in Clown Town war!

„Clown Town“! So ein Mist kann nur ich mir ausdenken! Mein Jericho-Rosen-Hirn!

Vader Abraham. Erzählt Martin, als ich ihm von meinem Traum erzähle. Als Kind hatte er eine Heidenangst vor Vader Abraham.

Na ja. Wenigstens was. Ein bisschen Popkultur von meinem Partner. Vader Abraham!
Wie kann man vor dem nur Angst haben?