Channing Tatum

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Es bleibt romantisch beim Morgenradio! Auch wenn Verena eigentlich der Meinung ist, dass sie in Liebesdingen alles andere als ein glückliches Händchen hat. Eines Tages klingelt es an der Tür und da steht jemand, der ihr äußerst glaubwürdig klar machen kann, dass dies irgendwie auch an ihr selber liegen mag …


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Download der Sendung hier.

Musiktitel: „I Wanna Channing All Over Your Tatum“ von Jamie Foxx

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Die Geschichte zum Lesen

SFX: Türklingel

FA: Hallo!
HW: Hi! Darf ich reinkommen?
FA: Nein. Natürlich nicht. Wer sind sie?

HW: Wie wenn Dich das wirklich interessieren würde!
FA: (sachlich) Gut. Lassen wir das! Auf Wiedersehen!
HW: Verena, lass mich rein!
FA: Woher kennen Sie meinen Namen?
HW: Weil ich für Dich zuständig bin. War. Abgesehen davon steht er auf dem Klingelschild.
FA: Was? Oh. Ich verstehe. Wer immer Sie auch sind, ich will nicht über Gott reden!
HW: Gut. Hätten wir das schon einmal geklärt. Ich auch nicht!

(Intro)

FA: Hey, Sie können doch nicht einfach hier reinkommen!
HW: Ach? Aber ich bin drinnen. Und ich habe nicht vor, wieder zu gehen!
FA: Was? Aber das ist … Hausfriedensbruch! Oder sogar Einbruch! Ich … ich werde sofort die Polizei rufen!
HW: Ach, kuck an! So viel Initiative? „Hallo, ich bin Verena Bruck und ich habe einen Eindringling in der Wohnung, in der ich mich verstecke, wenn ich nicht im Büro bin und statt zu arbeiten auf Datingportalen herumklicke, ohne jemals eine Entscheidung zu treffen!“

FA: Wie bitte? Was soll das? Und woher wissen Sie das?
HW: Ah! Ich schaue mal schnell hier rein, ich habe seit der Kündigung einen Wahnsinns-Kohldampf!
FA: Was? Nein! Lassen Sie meinen Kühlschrank in Ruhe!

SFX: Kühlschranktür

HW: Ha! Wusste ich doch! Die vegetarische Lasagne von gestern ist noch da! Ich benutze nur schnell Deine Mikrowelle, okay?
FA: Nein! Das ist nicht okay!
HW: Geht doch auch ganz schnell!
FA: Verlassen Sie mein Haus!
HW: Während das aufheizt, eine einzige Frage von mir! Eine Frage nur, okay?
FA: Das sehe ich nicht ein! Sie haben keinerlei Recht, hier irgendwelche Forderungen zu stellen!
HW: Bitte, bitte, bitte …

SFX: Mikrowelle klingelt

FA: Äh … Na gut.
HW: Warum Verena? Warum? Ich habe Dich mit so vielen guten Typen versorgt, aber Du hast alle abblitzen lassen! Ich meine, Jochen ist sicher kein Abenteurer, er ist nicht einmal besonders mutig, aber er war so verschossen in Dich, warum hast Du ihn nicht wenigstens ein zweites Mal getroffen?
FA: Jochen? Der sammelt Actionfiguren von Superhelden!

HW: (mit vollem Mund) Na und? Du sammelst Zuckertüten, Postkarten, Liebesromane, witzige Memes, alle Filme von Channing Tatum – Du trennst Dich doch nicht einmal von den alten The-Cure-T-Shirts, die Dir seit der Pubertät nicht mehr passen! Und Du richtest über einen Nerd, der auf Batman steht? Echt jetzt?
FA: Woher wissen Sie das mit … und … also … Wer sind Sie?

HW: Ich bin arbeitslos, angenehm! Zum ersten Mal seit Göttergedenken arbeitslos! Und schuld bist Du!
FA: Wie bitte? Wie denn das?
HW: Was dagegen, wenn ich mich auf die Couch setze?
FA: Ja.
HW: Schade. Ah, wie bequem!
FA: Lassen Sie bitte die Füße vom Couchtisch! Das ist echte …
HW: Oops. Na, jetzt isses ja schon passiert, oder?

FA: Also, Sie … Aber warum sollte ich schuld sein, dass Sie arbeitslos sind?
HW: Weil Du alle Typen abblitzen lässt! Ich meine, es ist das eine, mit 26 Jahren noch keinen Sex gehabt zu haben – kein Problem! Besteht kein Grund zur Eile, kannst Du halten wie Du willst. Aber ich weiß ja, dass Du nicht asexuell bist – siehe Deine Phantasien um Channing Tatum. Wenn Du alleine im …
FA: Hey! Das reicht! Schluss jetzt! Das ist zu privat!

HW: Oh. Sorry. Was ich meine: Verena, was ist Dein Problem? Hebst Du Dich auf, bis Channing Tatum aus Versehen nach Bielefeld kommt und aus Versehen an Deiner Wohnungstür klingelt und sich aus Versehen in Dich verliebt?
FA: Jetzt hören Sie auf mit Channing Tatum! Das ist nicht mein Traummann!

HW: Ach? Das sieht aber anders aus, wenn Du da alleine in Deinem Bett …
FA: SCHLUSS! Das geht Sie gar nichts an! Wer sind Sie, dass Sie behaupten, Sie würden mir gute Typen schicken? So eine Art Eros, oder Cupidus?
HW: Genau.

(Pause)

FA: Wie bitte?
HW: Aber Du kannst mich auch einfach Amor nennen.
FA: Amor?
HW: Ja. Und wir können uns gerne duzen, jetzt, wo wir zusammen wohnen hier.
FA: Wie bitte? Wir wohnen hier nicht zusammen!

HW: Das sehe ich anders. Ich bin wegen Dir arbeitslos und wegen Dir jetzt nur noch ein einfacher Mensch. Ich habe keine Ahnung, wo ich sonst hin soll. Also bleibe ich hier!
FA: Das kommt überhaupt nicht in Frage! Ich rufe jetzt doch die Polizei!
HW: Klar, mach nur! Dann sitze ich halt wegen Dir auch noch im Knast! Erst entgöttert und dann eingeknastet! Vielen Dank, Verena! War mir eine Freude, mit Dir zusammen zu arbeiten!

FA: Jetzt hör auf mit dem Unsinn! Ich bin nicht schuld, dass Du entgöttert wurdest! Es gibt keine Götter!
HW: Ouch! Daas tut weh! Jetzt wirst Du aber persönlich! Woher weiß ich dann über Deine tollen Typen Bescheid? Über Jochen. Oder Hans, oder Jan, oder …
FA: Das sind doch keine tollen Typen!
HW: Was ist an Hans auszusetzen?
FA: Der ist bei der Polizei!
HW: Na und? Das ist ein absolut notwendiger Beruf. Wie Feuerwehrmann oder Sanitäter oder …

FA: Okay, okay, okay!
(Pause)
FA: (leise) Der hat beim ersten Date die Rechnung mit mir geteilt!
HW: Verena! Das ist normal! Lebst Du komplett in der Welt von Rosamunde Pilcher? Wir haben hier das 21. Jahrhundert! Hallo?
FA: Das ist normal?

HW: Und was war mit Jan? Der hat Dich doch angehimmelt, das wäre ja ICH schwach geworden und ich stamme aus der Branche!
FA: Eben! Und dann hat er beim ersten Date seine Hand auf meine gelegt!
HW: Na und?
FA: Als ob ich sein Besitz wäre!
HW: Bei Aphrodite! Frau! Hast Du nicht gespürt, wie er gezittert hat? Das ist ihm nicht leicht gefallen! Das war eines der mutigsten Dinge, die er überhaupt hingekriegt hat!
FA: Meinst Du?
HW: Nein. Ich „meine“ das nicht. Ich weiß das!
FA: Hm.

HW: Woran liegt das denn, Verena? Was ist Dein Problem?p
FA: Ich bin halt … schüchtern? Ich bin nicht so gut mit diesen ganzen sozialen Sachen. Ich geh nicht so gerne hier raus. Ich habe ja meine Hobbies …
HW: Filme mit Channing Tatum kucken?

FA: Na und? Selbst wenn – das sind gute Filme! Und er ist ein toller Schauspieler!
HW: Ja! „Jupiter Ascending“ ist ein wirklich guter Film! Und das mit den spitzen Ohren, das hat er wirklich toll hingekriegt. Muss man schon top sein, um einen Weltraumelfen zu spielen! Eine Meisterleistung! Der ganze Film: Ein Meilenstein des Kinos!
FA: Okay, der ist wirklich grottig.

HW: Warum hast Du ihn dann 17 Mal angekuckt?
FA: Können wir mal mit Channing Tatum aufhören?
HW: Klar. Wir waren bei Deinen Hobbies. Welche gibt es denn noch?
FA: Na ja. Bücher. Meine Katze …

HW: Verena, hör mir einmal zu. Du bist eigentlich eine sichere Sache. Du bist schlau, empathisch und schaust prima aus …
FA: Ha!
HW: Das tust Du! Wenn Du nicht eigentlich so leicht vermittelbar wärst, dann hätte ich auch nicht meinen Job verloren!
FA: Pah! Ich bin ängstlich, schüchtern, unsozial und fett!
HW: Du bist doch nicht fett!
FA: Fett genug!

HW: Papperlapapp! Es gibt sehr, sehr wenige Männer, die auf Models mit streichholzdünnen Ärmchen und Beinchen stehen. Marylin Monroe ist auch für heutige Männer immer noch erotischer als Kate Moss. Kannste mir glauben, ist mein Job! Oh. Gewesen.
FA: Ich bin halt nicht optimistisch und immer gut gelaunt wie zum Beispiel Lena!

HW: Lena? Optimistisch? Gut gelaunt? Lena ist so unsicher, dass sie unbedingt von allen geliebt werden will! Als Du ihr gesagt hast, dass Du ihr Armband ein ‚bisschen zuviel‘ findest, ist sie in die Toilette und hat erst einmal geheult! Das ist Lena!

FA: Echt? Hm. Na gut! Dann eben Sabine! Das ist ja nun einmal eine Frau, die ihr Leben im Griff hat! Die hat Chancen bei den Männern!
HW: Sabine? Die hat so Angst, die Kontrolle zu verlieren, das es beinahe an eine Neurose grenzt! Erinnerst Du Dich an das Betriebsfest zu Weihnachten? Da hat sie einen Schwips gehabt, weil im Glühwein auch noch ein Schuss war – Thomas ist ein Idiot – und da hat sie doch ganz laut gesungen. Erinnerst Du Dich?
FA: Ja?
HW: Danach hat sie sich aus Scham eine Woche krankschreiben lassen und in ihrer Wohnung vergraben.
FA: Aus Scham? Sabine?
HW: Ja!
FA: So was …

HW: Und was war denn nun wirklich mit Jochen? Dich haben Actionfiguren abgeschreckt?
FA: Na ja. Also … Schon. Das ist doch Kinderkram. Der ist so alt wie ich und spielt mit Puppen?
HW: Der spielt doch nicht mit denen!
FA: Ach. Was sonst?
HW: Das sind Sammelstücke. Da darf man nicht einmal die Verpackung öffnen. Die hat er in einer Kiste, damit die Sonne nicht die Verpackung verbleicht. Sammeln? Kennstu? Das Konzept ist Dir ja nicht gerade fremd, oder?

FA: Aber, wer Actionfiguren sammelt, der wohnt wahrscheinlich noch bei der Mama, oder?
HW: Ach, Verena. Für jemanden, der so empathisch ist, fällst Du aber schnell ein Urteil. Jochen hat seine Eltern verloren, da war er noch 16 Jahre alt. Der hat im Heim gelebt, bis er sich mit seiner Software selbstständig gemacht hat.
FA: Software?
HW: Ja. Cross ist die führende Software zur Erzeugung von Kreuzworträtseln. Ist ja nicht so meine Sache, aber die wird von allen wichtigen Redaktionen eingesetzt.
FA: Ich mag Kreuzworträtsel.

HW: Siehste? Ich denke mir doch was dabei, wenn ich Dir einen Typen auf den Hals wünsche.
FA: Und der war in mich verschossen?
HW: War? Ist! Allerdings. Momentan sitzt er in seinem Office auf der Couch, isst Karamell-Eiskrem und lenkt sich von seiner Enttäuschung mit seinem Lieblingsfilm ab.
FA: Karamell ist auch mein Lieblingseis!
HW: Brauchst Du mir nicht sagen.

FA: Und was für einen Film kuckt er?
HW: Sag‘ ich Dir nicht. Aber Du kannst ihn ja anrufen und selber fragen.
FA: Ja klar. Nachdem ich so unfreundlich zu ihm war! Der wird sich freuen!
HW: Ja. Wird er. Versprochen.

FA: Und wenn ich auf ein zweites Date mit ihm gehe …
HW: Wie bitte?
FA: Wenn ich wirklich ein zweites Date ausmache, kriegst Du dann Deinen Job wieder und ziehst nicht hier ein?

HW: Das könnte schon so ein. Doch, könnte ich mir vorstellen. Wenn ich das als normaler Mensch hinkriege, was ich als Gott nicht geschafft habe, das wäre schon ein gutes Argument.
FA: Gut. Dann mach‘ ich das!
HW: Gut.

(Pause)

HW: Und? Was ist?
FA: Wie? Jetzt? Nein, das geht nicht!
HW: Wieso nicht?
FA: Ich muss erst zwei Kilo abnehmen, dann …
HW: VERENA!
FA: Was?

HW: Was habe ich über Deine Figur gesagt?
FA: Ach, das. Trotzdem. Dann fühle ich mich sicherer.
HW: Gut. Okay. Dann schau ich mal, wie man so ein Klo benutzt. Das habe ich als Gott ja nie gebraucht. Wird sicher toll, zum ersten Mal in meinem Leben so richtig herzhaft …
FA: Gut! Ist gut! Ich rufe an!

HW: So! Das ist mein Mädchen!
FA: Ich glaube, ich habe die Nummer verloren …
HW: Die kann ich auswendig, kein Problem!
FA: Na gut. Gehen wir’s an. Mein erstes, zweites Date!

(Pause)

HW: Übrigens: Hast Du zufällig noch von der Karamell-Eiskrem da, die Du erwähntest?
FA: Ich mach ja schon! Ich mach ja schon! Drängel nicht so!


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