Albtraumwettbewerb


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Halloween wird jedes Jahr mehr zu einer ganz normalen Festivität in Deutschland. Wir könnnen also live beobachten, wie eine Kultur sich bei einer anderen ‚was abkuckt.

Das mögen viele Normalitäre verurteilen: „Gab’s in unserer Jugend nicht! Völlig unchristlich! Schlimmer Amerikanismus – müssen wir denen alles nachmachen?“

Oder man macht halt mit! Wie wir mit dem Albtraum-Wettbewerb. Einmal im Jahr schauen wir unseren Ängsten ins Auge und erzählen vier Geschichten, die wirklich nur mit Vorsicht zu genießen sind! Nur für starke Nerven!


Download der Sendung hier.
Musiktitel: „Bad dreams“ von Ezdrash / CC BY-SA 3.0


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Die Geschichte zum Lesen

Unsere Freunde und wir, wir treffen uns einmal im Jahr und erzählen uns unsere schlimmsten Albträume. Und der schlimmste Albtraum gewinnt. Dieses Jahr haben wir vier Bewerber!

Aber seid gewarnt! Wir machen das seit Jahrzehnten! Wir sind echte Profis! Wer also schwache Nerven hat, der lässt die Folge besser aus!

Fahrstuhlfussel

Der erste Alptraum ist vielleicht gar kein richtiger. Weil, das hab‘ ich geträumt, als ich in der Arbeit eingenickt bin. Ja, das passiert. Kurz bevor so ein Spiel fertig gestaltet ist, drehen alle noch einmal komplett durch. Die letzten 10% bei der Spieleentwicklung kosten 90% der Nerven. Also wohnten wir praktisch alle im Office. Also bin ich eingenickt.

In diesem Traum waren die Räume unserer Firma in einem Wolkenkratzer. Irgendwo weit oben, eine lange Fahrt mit dem Aufzug. Und ich stand neben einem anderen Mann. Wir trugen beide so richtige Business-Anzüge, was ich im echten Leben nie machen würde.

Ich kannte den anderen Mann gar nicht und wir kuckten halt beide so in der Kabine des Aufzugs rum, wie man das halt so macht. Alles, bloß um den anderen nicht ankucken zu müssen. Oder mit ihm reden zu müssen. So ein Lift ist eine Zwangs-Situation und man will das nicht noch peinlicher machen, als es eh schon ist, oder?

Der Aufzug brauchte ewig zwischen den einzelnen Stockwerken und wir standen halt so betreten peinlich nebeneinander. Kann man sich ganz gut vorstellen, oder? Warum keiner von uns sein Handy rausgeholt hat, wie zumindest ich das sonst machen würde, weiß ich nicht. Vielleicht ist ja dieses Alptraumland eines gewesen ohne Smartphones.

Der andere Typ auf jeden Fall, der begann dann aus Langweile so Fussel von seinem Anzug zu zupfen. Ziemlich normal eigentlich. Das machen ja einige.

Na ja, auf jeden Fall dachte ich, er würde Fussel von seinem Hemd zupfen. Aber, wie ich so aus den Augenwinkeln kucke, da fällt mir auf, dass dieser Typ gar kein Hemd unter seiner Anzugsjacke an hat! Das ist ja seltsam? Wo kommen dann die Fussel her?

Also drehe ich mich zu dem Typen um und schaue genauer. Die Haut auf seiner Brust war knallerot und übersäht mir hässlichen Pusteln mit ekligen, weißen Köpfen. So eine Art Superakne. Und was der Typ da machte, war gar nicht Fussel von seinem Hemd zupfen.

Sondern er drückte diese weißen Furunkel mit seinen Fingern zusammen. Und dadurch kam der Kopf von einem kleinen, weißen Wurm aus dem Pickel. Fadendünne, kleine, fingerlange, ekelhafte Würmchen zog er sich aus der Brust.

Die wanden sich um seine Finger und versuchten sich festzuhalten, aber er schüttelte sie ab und warf sie auf den Boden.

Ich starrte ihn mittlerweile mit riesigen Augen an, aber das störte ihn überhaupt nicht. War ihm völlig egal, er puhlte einfach weiter Würmer aus seinem Körper.

Auf einmal wollte ich nichts wie raus aus dem Aufzug, wie ihr euch vorstellen könnt. Aber der fuhr einfach langsam weiter und weiter und schien niemals mehr am nächsten Stockwerk anzukommen.

Und wie ich so in meiner Panik um mich kucke, mache ich den Fehler, auf den Boden zu kucken. Und der ganze Boden ist voller kleiner weißer Würmer, die sich da ringeln und beginnen, meine Schuhe hoch zu klettern!

Da bin ich dann plötzlich aufgewacht. Und ich war verdammt froh, in der Arbeit zu sein! So froh wie noch nie!

Bubble People

Auch ein Arbeitstraum. Aber nicht in der Arbeit geträumt, sondern schön daheim, wie es sich gehört. Und spielt auch in einem Wolkenkratzer. Obwohl ich mein Leben lang noch nie in einem gearbeitet habe. Gott sei Dank!

Denn dieser Wolkenkratzer war sehr unheimlich. Als ich mich näherte, wirkte er schon absurd in seiner Konstruktion. Es war ein einfacher, schwarzer Kubus, aber keine seiner Seiten dürfte länger gewesen sein als 10 Meter.

Dafür war er einfach unendlich hoch. Man konnte an seinem Fuß nicht das Ende sehen, das verschwand einfach in den Wolken. Und der ganze Turm schwankte mit dem Wind hin und her. Aber alle anderen um mich herum ließen sich nicht stören von der Architektur und gingen hektisch ihren Geschäften nach.

An eine Aufzugsfahrt kann ich mich nicht erinnern, ich bin einfach in der nächsten Szene meines Traums in diesem Hochhaus. Drinnen ist es sehr eng und jeder von uns sitzt beinahe Schulter an Schulter mit seinem Nebenmann.

Die Monitore unserer Rechner stehen auf jeden Fall ohne Zwischenraum aneinander. Und ich versuche zu arbeiten, weiß aber überhaupt nicht, auf welchen Monitor ich schauen muss.

Während ich noch nach meiner Arbeit suche, erklingt im Haus ein Alarm. Und ich weiß, dass dieser Alarm bedeutet: „Zombies greifen an!“ Ja, klingt lustig, wenn ich das so erzähle. Wahrscheinlich habe ich zu viel „Walking Dead“ gesehen!

Hier scheint das aber das normalste auf der Welt zu sein. So wie früher Feueralarm in der Schule, da ist ja auch nie jemand wirklich nervös geworden. Wir stehen auf und stellen uns in die engen Gänge, um zu den Aufzügen zu kommen.

Mit einem Pling kommen die auch schon auf unserer Etage an. Als direkt vor den Aufzügen eine Panik ausbricht. Irgendetwas war in diesen Aufzügen, was diese Panik ausgelöst hat! Aber ich kann nichts sehen!

Auf jeden Fall drängeln sich alle Menschen in der Etage in Panik gegenseitig in die eine oder andere Richtung. Wie durch ein Wunder werde ich nicht einfach mitgedrängelt und dann kann ich sie sehen!

Das sind Menschen in Business-Anzügen, die vielleicht ein bisschen arg rund sind, aber ihre Fratzen sind zu einem breiten Grinsen verzogen. So ein Grinsen wie wahnsinnige Clowns. Wie vielleicht der alte Joker in den Batman-Comics.

Und die schweben durch die Gänge, die schweben vielleicht 50 cm über dem Boden. Und jeder versucht vor denen Reißaus zu nehmen.

Bald schwebt auch einer bei uns in den Gang und kommt mir näher. Und ich sehe, das ist gar kein Mensch! Das ist ein Ding, das aus Luftballons zusammengeknotet ist! Wie so auf Volksfesten, wisst ihr? Wo man manchmal Künstler sieht, die aus so langen Luftballons irgendwelche Tier heraus knoten.

So wie diese Luftballons-Pudel, bloß, dass es Luftballon-Geschäftsleute sind. Und wie ich diese Ballon-Leute auf mich zuschweben sehe, wird mir klar: Wenn die Dich berühren, dann bleiben die an Dir kleben und gehen nicht mehr ab! Nie mehr wieder!

Und wenn Deine ganze Haut voller Luftballon-Leuten ist, dann wirst Du eine von Ihnen! Für immer. Also greife ich mir den Besen, der da steht, stelle mich vor die echten Menschen in meinem Gang und stochere nach diesem Luftballon-Mann.

Und – zack– treibt er ab! Es ist kinderleicht, die abzuwehren. Doch, als ich mich umdrehe, kommt schon von hinten der nächste angeschwebt. Und während ich den wegschubse, nähern sich zwei an meiner rechten Seite.

Die Leute in meinem Gang legen sich alle in Fötus-Stellung auf den Boden und ich schubse immer hektischer die grinsenden Luftballon-Menschen von mir weg! Aber es werden immer mehr und mehr. Die Aufmerksamkeit aller Ballonmenschen gilt nun alleine mir! Und früher oder später wird mich einer berühren und ich habe Angst und ich habe keine Ahnung, ob das weh tut, wenn man selber ein Ballonmensch wird und ich fuchtele immer wilder mit meinem Besen rum…

…bis ich aufwache. Und immer noch tierische Angst habe. Und mein Kopf denkt: „Wahrscheinlich konntest Du niemanden retten!“ Und das ist das eigentlich Schlimme. Aber ich bin ja schon wach.

Rucksackmama

Gut. Die Arbeit macht Albträume. Aber die Familie auch. Geht zumindest mir so und mein Albtraum ist ein sehr komischer Familientraum.

In diesem Traum war ich in einer großen, wichtigen Stadt. Ich habe keine Ahnung, welche Stadt das war, aber es war klar, dass sie sehr berühmt war und sehr wichtig. Vielleicht London, Paris, Berlin oder New York? Keine Ahnung, das spielt nämlich auch keine Rolle.

Wichtig ist nur, dass ich wußte, dass wir in einer wichtigen Stadt waren. Und in einem wichtigen Museum. Ich habe keine Ahnung, warum wir da waren, aber ich wußte das einfach. Stellt euch einfach den Louvre vor oder das MOM oder das Vatikanische Museum.

Völlig egal. Wichtig ist nur Kunstlicht und angeblich superwichtige Kunstwerke, die einem trotzdem nichts sagen und keine anderen Menschen und keine Gelegenheit, sich einmal hinzusetzen.

Und dann müsst ihr euch noch mich vorstellen. Und meine Mutter. Was alleine schon seltsam ist, denn meine Mutter ist im echten Leben schon lange tot. Aber in diesem, meinem Traum ist sie quicklebendig und guter Dinge.

Doch komischerweise hat sie keine Beine. Ich weiß nicht warum, aber sie hat halt keine Beine. Und so streckt sie ihre Arme zu mir aus, so wie früher meine kleinen Kinder und ich nehme sie selbstverständlich Huckepack. Manchmal trage ich sie auch auf der Hüfte, so wie meine Kinder früher, aber meistens hält sie sich mit ihren dünnen Ärmchen um meinen Hals auf meinem Rücken fest.

Und so laufen wir durch die Gänge dieses Museums, in dem kein Mensch mehr ist, nur wir zwei. Und meiner Mutter gefällt es recht gut. Sie macht ab und zu abfällige Bemerkungen über dieses Bild oder jenes und lacht dabei immer.

Also trage ich meine Mutter durch die Gänge. Sie ist nicht besonders schwer. Eigentlich so weit ein ganz guter Traum, um ehrlich zu sein. Im echten Leben hatte ich eigentlich niemals Spaß mit meiner Mutter.

Aber hier bald auch nicht mehr. Als ich nach einiger Zeit auf ihre Arme schaue, da sehe ich, dass sie ganz dünn geworden sind und voller Geschwüre. Und wie ich sie auf die Hüfte schwinge, um sie anzuschauen, da ist sie ganz ausgemergelt und hat fast keine Haare mehr auf dem Kopf.

Mir wird klar: Meine Mutter stirbt! Ich muss Hilfe holen! Aber wie denn? Hier im Museum war keine Menschenseele! Ich musste jemanden um Hilfe bitten!

Also begann ich durch das Museum zu rennen, während meine Mutter immer blasser und blasser wurde. Während wir liefen, hinterließen wir ein Wolke von Haaren, die ihr ausfielen.

Und nach einiger Zeit fällt von dem vertrocknenden Leib meiner Mutter ein Arm ab! Und ich denke nur: Scheiße! Scheiße! Ich schnapp‘ mir den Arm und renne weiter. Aber das schüttelt den Körper meiner Mutter wohl zu sehr und auch der andere Arm fällt ab. Also hebe ich den auch noch auf. Den einen klemme ich mir selber unter die Achsel, den anderen halte ich.

Und ich bekomme immer mehr Angst, dass meine Mutter stirbt und mich ganz, ganz alleine in diesem riesigen, leeren Museum mit den lächerlichen Bildern zurücklässt.

Also gehe ich nun ganz vorsichtig, mit meiner Mutter auf der Hüfte und passe auf, dass der Kopf nicht zu sehr hin- und herschlackert, nicht, dass der noch auch abfällt.

Aber natürlich passiert das auf einmal und ich halte nur noch den Rumpf meiner Mutter fest, während der Kopf runterfällt und denke mir: „Na toll! Jetzt hast Du auch noch Deine Mutter kaputt gemacht!“

Und wache auf. Ein komischer Traum, oder? Als meine Mutter gestorben ist, war das vor Jahren eigentlich keine große Sache. Sie war lange krank und ich schon lange erwachsen.

Auf immer und ewig

Mein schlimmster Alptraum ist nicht so fürchterlich. Er ist auch schnell erzählt. Denn er fängt eigentlich mit dem gruseligen Teil an und wird dann eher langweilig.

Das Problem mit meinem Alptraum ist nur das, dass er nicht einfach endet, in dem ich am Ende aufwache. Sondern, dass er mich seitdem jeden Tag verfolgt. Ich kann diesen einen, kleinen Alptraum nicht abschütteln. Und ich befürchte, wenn ihr zuhört, dann geht es euch genauso.

Darum habe ich den auch noch niemals irgend jemanden erzählt. Aus Angst, dass die dann den Alptraum auch nie mehr loswerden. Hier also meine Warnung: Wenn ihr euch nicht, eventuell, mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit, nicht euer ganzes restliches Leben verderben wollt, dann schaltet jetzt besser aus!

Einfach nicht weiterhören, ok? Denn mein Leben hat dieser eine, kleine, langweilige Alptraum für immer versaut. Und ich will nicht, dass euch das auch passiert! O.k.?

Na gut! – Hmm, ihr seid ja immer noch da?! Aber sagt nicht, dass ich euch nicht gewarnt habe! Ihr seid ab jetzt selber schuld, wenn ihr weiterhört. Aber ich mach’s einfach ganz kurz, dann tut’s nicht so weh.

Mein Traum spielt in einem großen, alten Haus. Würden wahrscheinlich viele Leute ein Spukhaus nennen, aber ich fand es einfach großartig! Kleine Erkerchen, lange Flure, hohe Decken – eine richtige Villa im Prinzip. Wahrscheinlich mal bürgerlich, jetzt aber von mir und meinen Freunden bewohnt.

Und keine Angst: Ich habe Spukhaus nur so gesagt. Aber jetzt kommen keine Gespenster oder Geister! Das sind ja Kinderängste! Und auch keine Werwölfe oder Zombies! Das ist auch Kinderkram.

Wir reden hier ja nicht von einem lächerlichen Geisterbahnbesuch, sondern von meinem für immer versauten Leben. Durch diesen Scheißtraum.

Na ja, wo war ich? Genau. Wir leben da also, meine Freunde und ich. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, WER genau diese Freunde sind. Denn im echten Leben habe ich gar nicht so viele Freunde.

Aber hier ist das Haus voller Freunde. Und ich spüre genau, dass ich die sehr mag. Und die mich auch. Wir sind nicht nur eine WG, sondern mehr so eine Schicksalsgemeinschaft. Ich mag die schon sehr.

Darum ist es auch so traurig, dass wir alle sterben. Denn unser aller Hälse sind komplett aufgeschlitzt. Jeder Hals ist eine einzige Wunde, bis auf die Knochen, die langsam vor sich hin blutet. Der ganze Boden ist schon vollgeblutet und bei einigen kommt nur noch so eine weiße, wässrige Flüssigkeit aus der Wunde.

Es ist ganz klar. Wir alle sterben. Damit ist das äußerlich Gruselige schon erzählt. Wem leicht übel wird, der kann entspannen. Blut und Schleim und Eiter, das sind wirklich nicht die Sachen, die der wahre Horror sind.

Horror ist dagegen, dass wir alle so furchtbar traurig sind. Jeder von uns weiß, dass er gerade verblutet und am Sterben ist. Und jeder von uns ist auch traurig für die anderen Freunde, denen es auch so geht.

Und wir alle sind so unsagbar, so furchtbar, furchtbar müde. Verbluten macht einen ganz furchtbar müde. Wir alle wissen, wir sterben bald. Ich spüre das auch. Bald ist es vorbei. Ich möchte mich nur hinlegen und die Augen zu machen und dann ist alles Aus. Das wäre schön.

Also versuche ich das auch. Lege mich hin, seufze, weil alleine das schon so anstrengend ist, schließe selig die Augen und sterbe. Bloß, dass ich halt nicht sterbe. Nichts passiert. Nach einiger Zeit stehe ich wieder auf, obwohl ich immer noch so erschöpft und müde bin wie vorher.

Meinen Freunden geht es auch so. Aber egal, was wir machen: Wir sterben nicht! Wir alle wissen, wir sollten schon lange tot sein, aber: Wir sterben um verrecken nicht! Oder jedenfalls noch nicht. Auch, wenn wir so müde sind und wirklich gerne sterben wollen, es passiert halt nicht!

Was sollten wir also tun? Die Müdigkeit war nicht auszuhalten, aber was sollten wir tun? Diese Traurigkeit raubte einem jeden Wunsch zu leben. Sich noch einmal umzubringen, war auch keine Option. Sich noch einmal den Hals aufschneiden vielleicht? Lächerlich, das würde nicht helfen.

Und jetzt beginnt der gruselige Teil. Wir bluten alle vor uns hin, wir sterben alle, aber wir machen halt weiter. Irgendwie machten wir halt weiter!

Einige fingen an, die Böden zu wischen, andere begannen die vollgeblutete Wäsche zu waschen, wieder andere setzten sich blutend hin und kuckten einfach fern.

Ich beschloss dann einfach, zu kochen. Als ob ich nicht traurig wäre und müde und bald sterben würde.

Wir machten halt einfach weiter. Das war irgendwie die beste Idee. Todmüde und todtraurig machten wir einfach weiter. Stunde für Stunde. Und dann Tag für Tag. Und wir bluteten und warteten. Aber egal, wie traurig und wie müde wir waren: Es ging einfach immer weiter. Einfach so.

Und als ich dann aufwachte, da war das auch überhaupt keine Erlösung. Denn mein erster Gedanke war. Genau so ist Dein Leben: Langsam ganz langsam gibst Du alle Energie her, irgendwann stirbst Du, aber Du weißt natürlich nicht wann. Und deshalb machst Du weiter und immer weiter. Egal wie traurig du bist. Egal wie müde Du bist… einfach egal.

Tja. Das war der schlimmste Albtraum meines Lebens! Hab‘ ich jetzt gewonnen?